Aufzählung Bunkertour 2025 - Verdun noch mal!
Aufzählung Verdun, Frankreich
 
 Verdun noch mal!  

 

Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit in der sich vieles ändert, manches aber bleibt dann doch gleich: Die Bunkertour! Dank der Doppeltour 2012 stand also nicht nur das zwanzigjährige Jubiläum an, sondern eben auch die zwanzigste Tour. Und die sollte daher nach einiger Überlegung was Besonderes werden, in dem sie auf den Ursprung zurückgeht und nach der steten Veränderung sucht, gleichzeitig aber auch wieder das gewisse Extra an Besonderheit aufweisen, die der „normale Urbexer“ eben so nicht auf dem Plan hat. Ergo: Eine Kombination aus öffentlich zugänglichen Dingen, Altbekanntem aber eben auch dem völlig unbekannten, noch zu erforschenden abseits der oft betretenen Pfade sollte es sein.

Und so begann im Januar die Planung der Tour, noch verstärkt durch ein paar Facebookposts von Martin, einem guten Bekannten aus UK (den ich persönlich nie getroffen habe, aber mit dem seit 2012 ein sehr reger Austausch stattfindet). Die Webseite von Martin und seiner Frau Tracy möchte ich da dringend empfehlen, eine wunderbare Übersicht von deren Touren mit Bildern inklusive. Auch die Pläne dort sind dem Interessierten hilfreich zur Hand!
Schnell war klar, das einige Eckpunkte auf jeden Fall drin sein müssen – dort wo alles begann, das Ossuaire und Ouvrage Froideterre, aber auch Fort Douaumont (alleine schon um bessere Bilder zu haben) und das große Museum bei Fleury. Und die Frage – was hat sich dort geändert, was habe ich 2005 und 2006 alles verpasst und wofür war 2010 keine Zeit? Entsprechend sollten ein paar Lücken gefüllt werden, wie der Bajonettgraben, aber eben auch Neues, was Recherche erforderte. Verdun bietet so viel, dort kann man Wochen verbringen – also lieber zu viel vorbereiten und so für kommende Touren noch Material haben… Nach Lektüre und Planung war klar – zwei alte Forts, die nicht museal zu besuchen sind sollten dabei sein, auch der nie geschaffte Tavannes Tunnel und eben mannigfaltige optionale Ziele zur Ergänzung oder falls das eine oder andere nicht erreichbar wäre.
So wuchs der Plan und bot schließlich Material für eher fünf Tage statt knapp drei, aber das erleichtert dann doch künftige Besuche. Kurzgefasst – ab März war klar was passierte, ein recht passender Termin wurde ausgeguckt und nachdem im Mai das Hotel gebucht war, stand soweit alles fest. Im Juni könnte es noch nicht zu heiß sein, Fledermäuse nicht oder wenig gestört werden und viele von uns hätten ein Wochenende frei. Perfekt beinahe!

Los ging es dieses Mal leider aber wieder vor der Tour mit Technikproblemen. Am Auto meiner lieben Frau machte die Kupplung Probleme und auf dem Weg in die Werkstatt (zwei Tage vor der Tour) blieb ich dann mitten auf einer der befahrensten Kreuzungen in Beckum „hängen“. Katastrophe! Das Öl lief aus der Kupplung aus, die Bremse wollte nicht, der ADAC schleppte mich dann die letzten 700m zur Werkstatt – ein Leihwagen wurde organisiert, die Reparatur eingeplant – aber es fehlte mir plötzlich die gewohnte Zeit, das kleine Auto komplett fertig zu beladen und alles einzupacken. Das ging im Galopptempo… und klappte überraschenderweise besser als gedacht. Der Wecker klingelte also früh am Freitagmorgen und als allererstes fand ich unsere Katze mit einer Maus im Treppenhaus vor, die leider unserem Fellknäuel entkam. Grandios. Also schnell zwei Mausefallen aufgebaut, weil auch ich den Nager nicht zu fassen bekam. Das brauchte ich echt nicht… Kaffee angesetzt, den Kühlschrank in die Kühlbox entleert und noch schnell alles ins Auto gewuchtet: Der Zeitplan war schon mal wieder kaum schaffbar.
 

 


Schwer beladen ging es also am Freitagmorgen los, kurz von der Familie verabschiedet und bei steigenden Temperaturen sammelte ich erst Robert und dann Tobi ein. Fast pünktlich waren wir dann in Hagen um Marc mitzunehmen und an dieser Stelle war dann der Fiesta wieder bis zum Anschlag voll, jede Ritze wurde ausgenutzt um Wasserflaschen zu lagern und unsere Ausrüstung unterzubringen.
Die Fahrt Richtung Verdun führte uns dann über einen großen Teil der Route vom letzten Jahr Richtung Metz, erstaunlich ereignisarm und relativ gut gekühlt waren wir bei rasant steigenden Außentemperaturen unterwegs. Leider eng und kuschelig im Fiesta, aber wenigstens in angenehmer Atmosphäre. Spannende Unterhaltungen über E-Autos, Solaranlagen und sonstige Themen hielten uns bei Laune und nach einiger Zeit hielten wir dann doch an für ein bodenständiges Frühstück. Dabei kamen auch ein paar Oldtimerfahrer vorbei, wir bestaunten die alte Technik und machten uns nach etwas Kaffee und Sandwichses weiter auf den Weg. Ohne weitere Stopps für Sprit oder ähnliches erreichten wir eine halbe Stunde nach Plan dann die Ouvrage Froideterre. Da unser Team Leipzig noch etwas brauchte, haben wir eben einen Snack eingeworfen und dann angefangen die Ouvrage zu erkunden.

Tag 1 – Anfahrt, Ouvrage Froideterre, Bajonettgraben, Ossuaire, Fort Douaumont, Ouvrage Thiaumont, Abri 119/FT2  

 Zum Hintergrund der Schlacht von Verdun kann man viel bei meinen Berichten von 2005 und 2006 nachlesen, das wiederhole ich hier nicht. Ebenfalls nicht die Details zur Ouvrage Froideterre. WAS ich aber beschreiben möchte, ist, dass wir dieses Mal wirklich jeden Winkel der Anlage uns angeschaut haben. Und da gab es dann beim vierten Besuch für mich doch noch Neues zu entdecken.

 


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Ouvrage Froideterre 

Aber beginnen wir beim ersten Teil – wir sind genau da rein, wo ich beim ersten Besuch auch rein bin. In den Geschützturm in der Mitte der Anlage – wie auch zuvor ein mit Kette versehenes Gitter, aber nach wie vor ist das Gitter hier aufgesägt und hält damit niemanden auf. Im Inneren war es wie gewohnt recht dunkel und feucht – und die Treppe zur oberen Etage, die 2005 noch teilweise vorhanden war, fehlt nun komplett. Alle Stufen sind in den zwanzig Jahren verschwunden. Krass!

Wir haben uns zunächst den unteren Teil angeschaut mit den Nischen, als draußen ein Reisebus vorfuhr. Ein Stapel Kinder stieg aus, erkundete die Anlage von außen während wir relativ leise blieben und so nicht entdeckt wurden. Leise wie die Mäuschen (oder doch eher Beutelratten?) sind wir dann der Reihe nach die defekte Treppe via dem Geländer hochgeklettert und so habe ich nach nur zwanzig Jahren dann auch den oberen Teil der Geschützkuppel gesehen. So spektakulär war das nicht, man musste auch extrem aufpassen nicht auf die verrosteten Gitter zu treten und auf den Stahlträgern zu bleiben aber: Endlich gesehen!



(Auf dem Weg in den Turm) 


(Die Kuppel Geschützturms - endlich aus der Nähe mal!) 


(Wenn die wüssten, das wir hier drin wären...) 

Nachdem der Bus weg war, sind wir aus dem Turm raus und zur Anlage rüber, aber erst oben über das „Dach“ gegangen um die Kuppeln mit den Einschlägen zu sehen. Das war wie schon früher sehenswert, sah man hier doch Abspaltungen, Abschmelzungen und diverse kleinere Einschläge und Spuren der heftigen Kämpfe um Froideterre. Leider ist die Infotafel nicht mehr lesbar, aber das machte nicht wirklich was aus. Vom Dach dann heruntergestiegen sind wir durch den auch nah zwanzig Jahren offen stehenden rechten Eingang in die Anlage hereingegangen. Durch ihre ebenerdige Struktur ist diese nach wie vor sehr einfach zu erkunden. Die Sanitäranlagen wurden betrachtet, der noch vorhandene Ventilator zur Belüftung, daran anschließend die Mannschaftsräume.
 


(Der Doppel MG Turm.) 


(Auf dem Weg über das Dach der Anlage, im Hintergrund die Observationskuppel.) 


(Ventilator im Inneren. Unverändert zu vor zwanzig Jahren.) 

Nach zwanzig Jahren war das Lüftungsblech, vor das ich mal gelaufen bin, nicht mehr da – das hat wohl einen neuen Eigentümer gefunden. Apropos gefunden – wir fanden bei diesem Besuch etwas Neues heraus! Neben dem einen Zugang in die untere Ebene, die leider mit Fledermausgittern fest verschlossen ist, fanden wir mehrere weitere „Falltüren“ über die prinzipiell auch ein Zugang nach unten möglich gewesen sein muss. Leider waren diese alle fest verschweisst, aber durch kleine Löcher und Spalten sahen wir die Eisen in den Wänden, mit denen man nach unten geklettert wäre.
 
 

 
(Verschlossener Zugang zur unteren Etage der Anlage)  


(Mannschaftraum der Anlage.)  


(Eine der Bodenluken nach unten - leider nicht zu öffnen.)   

Weiter ging es dann zum MG-Turm, der aber leider nun in einem Zustand ist, das ein Aufstieg sich verbietet. Der bröselt ganz erheblich nun, also nur schnell Bilder gemacht und weiter zum MG Beobachter. Genau hier war damals die Lampe ausgefallen und das stellten wir kurz nach. In der Erinnerung war das viel wilder, aber so ist unser Gehirn nun mal ausgerichtet.

 


(Der MG Turm von unten - leider bröselig)

 

(Igitt - ne dicke Spinne! Am Aufstieg des MG Turms.)  

(Sonne tanken auf dem Weg zur Geschützkasematte und zweitem Turm.) 

Nachdem wir so also alles sehenswert im Hauptgebäude gesehen hatten, gingen wir rüber zu den beiden anderen Teilen der Ouvrage, die heute nicht mehr miteinander verbunden sind. Zunächst ging es über die zerstörten Dächer rüber zum links von der Mitte gelegenen Teil, dort kletterten wir durch den Eingang in die kleine Anlage. Dieser einfahrbare MG Turm war innen relativ gut erhalten, da sich eine Fledermauskolonie im Turm angesiedelt hat, sind wir in den aber nicht oben geklettert sondern haben nur unten die drei Gänge erkundet, Bilder gemacht, und sind wieder der Reihe nach an die Oberfläche gestiegen.


(Zerstörungen aussen an der Anlage - man beachte die tiefen Trichter!)

 


(Alte Kuppel innen in der Kasematte.)

 


(Gut erhaltene Gänge innen, am ENde eine abgefallene Tür.)

Der letzte Bunkerteil war eine Artilleriekasematte mit nordwestlicher Ausrichtung, auch hier waren wir dank sperrangelweit offener Tür flott drin. Dieser Teil war größer als in meiner Erinnerung, auch hier wohnte eine grosse Fledermauskolonie die wir nicht störten. Während die beiden Kasematten komplett leer sich darstellten, sind wir dann noch rechts zu einer Treppe gegangen, wo man in die untere Etage kommt. Hier lagerten wohl Munition und eventuell waren auch Aufenthaltsräume dabei, jedenfalls gab es Sitzbänke aus Holz, die erstaunlich gut erhalten waren. Da es dann wirklich nichts weiteres zu sehen gab, sind wir zurück zu den Autos und haben uns ausgiebig rehydriert. 

 


(Der Eingang zur Kasematte.)

 


(In der Kasematte, hinten die Scharte.)



(Die vergammelten Überreste der Bänke rechts im Untergeschoss!)

 

Weiter ging es dann rüber zum Beinhaus, unsere Mitfahrer sollten binnen einer guten halben Stunde da sein. Das würde uns eben Zeit geben, rüber zum Bajonettgraben zu gehen und unterwegs vielleicht ein oder zwei kleine Bunker im Wald zu erspähen. Also flugs das Auto dorthin bewegt und einen Parkplatz beim Eingang gesucht. 

 

Bajonettgraben

 

Mit etwas Wasser bewaffnet sind wir dann den erstaunlich gut mittlerweile ausgebauten Weg zum Bajonettgraben gegangen. An diesem sollten diverse Bunker zu sehen sein, aber leider fanden wir auf dem Weg dorthin nur ein paar klägliche Mauerreste aus Beton, die möglicherweise mal Munitionsnischen oder ähnliches gewesen sein könnten, aber nunmehr kaum zu identifizieren waren. Die Temperaturen stiegen weiter und dank der schattigen Bäume war es noch halbwegs erträglich den Weg zu diesem Punkt zu nehmen. AM Bajonettgraben angekommen stellten wir aber schnell fest, das dies eines der Dinge bei Verdun ist, die man nicht unbedingt gesehen haben muss.



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(Ansicht des Beinhaus von der Rückseite aus.)

 


(Auf dem Weg zum Bajonettgraben sieht man viele Gräben, aber angeblich sollen hier auch Bunker sein? Nichts zu finden.)

Zum Hintergrund:
Heutzutage ein Denkmal, das 1922 eingeweiht wurde, war der Graben Teil des Grabensystems um Verdun. Dort war das französische 137. Infanterieregiment stationiert, um die Defensive zu stärken. Die Position wurde zwischen dem 10. und 12. Juli von deutschen Soldaten mit Unterstützung der Artillerie eingenommen, wobei das Regiment 37 Offiziere, 133 Unteroffiziere und 1.387 einfache Soldaten verlor.
Nach Ende des 1. Weltkriegs, im Dezember 1918 fand der Priester Louis Ratier (der im Jahr 1916 Mitglied des Regiments war) einen Graben, in dem mehrere Bajonette aus dem Boden ragten, was er sofort den Behörden meldete. Die Behörden vermuteten, dass diese Waffen Soldaten gehörten, die von einer Granate getroffen worden waren. Wenig später entdeckte eine Untersuchungskommission die sterblichen Überreste von 21 Soldaten, davon 14 identifizierbare, die im Beinhaus von Douaumont beigesetzt wurden. Die nicht Identifizierbaren wurden wieder am selben Ort begraben.

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(An der Anlage angekommen.)


(Die kleinen Reste der Bajonette. Leider fast nichts mehr zu sehen.)

Beeindruckt davon, spendete der amerikanische Bankier George T. Rand Geld zur Errichtung eines Monuments, was 1922 fertiggestellt wurde. Heute ist das Monument nach Restaurationsarbeiten in einem guten Zustand – leider sind die Bajonette inzwischen fast komplett verschwunden. Nur noch kleinste Reste von ihnen ragen aus dem Boden. Zu sehen gibt es hier daher eher sehr wenig. Und die Geschichte hinter dem Bajonettgraben wird von der Forschung seit langem auch kritisch betrachtet. Es ist eher so, das der Leutnant Louis Polimann hier mit seinem Regiment kapituliert und die Waffen niedergelegt hat. Die Bajonette hätten sie als Hommage neben ihre gefallenen Kameraden gelegt. Der Graben ist wahrscheinlich von deutschen Soldaten verschüttet worden, da sie nach dem Angriff die Leichen begraben mussten, und da der Abschnitt für sie keinen Nutzen hatte (die Frontlinie verlief wesentlich weiter vorne).
 


(Mehr als das ist nicht mehr zu sehen leider.)

Soweit also der Hintergrund laut Wikipedia und da wir einmal um den Graben herum gingen, war das auch recht schnell komplett gesehen. Ich ärgerte mich jedenfalls nicht mehr, dies vor zwanzig Jahren nicht gesehen zu haben. Wir gingen also zurück zum Beinhaus wo gerade unsere Freunde aus Leipzig und Berlin eintrafen.

 

Ossuaire - Beinhaus Verdun



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Das Hallo war groß, die Freude zum Wiedersehen noch größer und nach einer kleinen biologischen Zwangspause (und hinter einer unfassbar großen älteren Reisegruppe) ging es in die kühle Halle des Beinhauses.


(Eins meiner Lieblingsbilder der Tour 2025 - der imposante Turmaufgang!)  

Dort angekommen stand dann im Vergleich zu vor zwanzig Jahren das volle Programm an – im Keller befindet sich ein kleines Kino in dem ein recht beeindruckender Film in mehreren Sprachen angeboten wird. Da nicht alle aus der Gruppe die Schlacht kennen, ein guter Einstieg in die Geschichte des Beinhauses und des restlichen Wochenendes. Ich zahlte also für alle den Eintritt, wir schauten den Film uns an, ließen danach eine unendlich lang erscheinende Reisegruppe fortgeschrittenen Alters aus dem engen Treppenhaus des Turms bzw. Aufstiegs zur Kapelle hinaus und gingen dann die recht engen Stufen hoch. Man endet dann in der Haupthalle des Beinhauses, oberhalb der Krypten in denen die Hunderttausende Gebeine der Gefallenen aller Seiten noch heute ruhen.

 


(Blick von oben auf das kleine Turmmuseum.)  

Von hier aus sind wir dann recht schnell in den Turm aufgestiegen, etwas, was ich bisher noch nicht gemacht hatte. Der Turm innen ist jedenfalls schon sehenswert. Massive Betontreppen führen nach oben, die Oberflächen sind mit einem extrem rauen Putz versehen, der Schall schluckt und dem Ganzen eine bedrückende Atmosphäre verleiht.

Ungefähr in der Mitte des Aufstiegs zum Turm ist eine kleine Plattform, wo man sich ein paar Ausstellungsstücke ansehen kann. Besonders beeindruckend ist eine große (38cm?) Granate, die mir ein wenig bekannt vorkam. Jedenfalls haben wir eine kurze Pause eingelegt und dann nach ein paar Bildern den Weg nach oben fortgesetzt. Oben angekommen bietet sich einem ein großartiges Panorama über die zerfurchte und geschundene Landschaft. Auch wenn nach 110 Jahren die Natur sehr viel verdeckt – von oben auf das riesige Gräberfeld zu sehen, ist eine besondere Erfahrung. Von hier oben konnte man bis zu einigen Punkten schauen, die wir noch auf unserer Besuchsliste stehen hatten – Tavannes, Douaumont etc.


(Bedrückend: die rechte Seite des Gräberfelds von oben.)  


(Aussicht Richtung Thiaumont und Froideterre.)  


(Die linke Hälfte der 16.000 EInzelgräber.)  

 

Wir nahmen uns hier ein wenig Zeit, das Ganze auf uns wirken zu lassen, machten Bilder und beschlossen dann, in die Haupthalle wieder abzusteigen. Abwärts ging es deutlich flotter und ohne Pausen!
Unten in der großen Halle angekommen sind wir diese einmal komplett entlang gegangen. Viele der Steine des Gebäudes sind innen mit Namen zur Erinnerung an die Opfer der Schlacht versehen. An beiden Enden der Halle waren viele Kerzen zur Erinnerung an die Opfer entzündet – recht still und beeindruckt sind wir an den Abdeckungen der Krypten entlang gegangen. Immer noch werden hier Opfer der Schlacht bestattet, die man nicht zuordnen kann.


Nach einigen Minuten verliessen wir dann das Beinhaus und sind um das Gebäude herum gegangen. Ziel waren die Luken, durch die man in die Krypten selber schauen kann. Diese befinden sich an der Stirnseite und Rückseite des Gebäudes – wer also nicht das Innere sehen möchte oder den Turm besteigen will, dem könnte es ausreichen, das Gebäude von aussen zu besuchen. Aber: Nach zwanzig Jahren wollte ich wirklich alles gesehen haben, das hatten wir damit geschafft.

 


(Ernüchternd zu sehen, wie unfassbar viele Gebeine hier unter dem Gebäude liegen.)  


(Eine der vielen, vielen Krypten die man sehen kann!)  


(Gestapelte Gebeine in den Krypten.)  

 

Fort Douaumont

 

Nächstes Ziel von uns war Fort Doaumont. Der Weg dahin ist extrem kurz, die Sonne stand aber steil auf uns und es war extrem warm geworden. Schatten war auf dem Parkplatz vor dem Fort nicht zu finden, also kurz Wasser getrunken und los ging es zum Eingang. Anders als in meiner Erinnerung parkt man nicht mehr direkt vor dem Fort sondern geht durch den alten Kriegseingang, der dann über eine Treppe nach oben zum richtigen Eingang des Forts führt. Eine sirrende Drohne von Sergei begleitete uns, auf die Aufnahmen von oben bin ich extrem gespannt!



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(Im Fort - alter Ofen.)  

 


(Nach zwanzig Jahren erneut fotographiert - Gasgranaten.)  

 


(Die untere Mechanik des Galopinturms.)  

 

Im Fort angekommen besorgte ich für uns die bekannten Kombitickets, mit denen man hier, in Fort Vaux und dem Museum Fleury Eintritt bekommt. Selbst bei nur zwei der drei Museen lohnt sich das schon! Da wir genügend Leute mit Fachkenntnis über das Fort hatten, sind wir ohne geführte tour aber mit passenden Lampen losgegangen. Und ich muss schon sagen – der Unterschied nach zwanzig Jahren ist riesig. Viel mehr Licht im Fort, die Orientierung fiel leichter und da der Panzerturm zugänglich war, haben wir deutlich mehr erkunden können, als damals.


Wir sind jedenfalls durch die Mannschaftsräume zum großen Turm gegangen, haben uns den intensiv angesehen, von dort ging es dann zurück in die Kaserne – die untere Etage wurde begutachtet und was mir bisher nie auffiel, war der unfassbar tiefe Schacht zur Zisterne runter. Da kriegte ich feuchte Hände, da möchte man wirklich nicht reinfallen. Hier aber war das alles sicher abgesperrt, kein Problem also. Die Feuchtigkeit in der Anlage lässt nun sogar Moos an der Decke wachsen, das sich durch das Licht gut entfalten kann. Spektakulärer Anblick!

 


(Eins der Geschütze aus dem Turm.)  

 


(Die Natur findet immer einen Weg... Moos an der Decke des Forts, 20m unter der Erde.)  


(Die feuchten Gänge unter dem Fort - noch gemauert, kein Beton hier.)  


Was heute eine gute Handykamera hinbekommt im Vergleich zu meiner antiken Digitalknipse von damals ist auch unfassbar. Es gelangen Langzeitaufnahmen im Dunkeln, Bilder der Stalaktiten in den Räumen, die Sanitäranlagen im Funzellicht… alleine deswegen war der Besuch es wert.

 


(Einer Mannschaftsräume mit Versinterungen.)  

 


(Der unfassbar tiefe Schacht zur Zisterne runter.)  

 

 


(Waschraum mit wunderschönen Versinterungen!)  

Ansonsten aber insgesamt der gleiche Eindruck wie vor zwanzig Jahren. Betroffenheit an dem Grab der Soldaten die nach der großen Explosion vor Ort eingemauert wurden und so gesehen ein wirklich spannender Besuch der Anlage. Kann ich weiterhin nur jedem Verdun Besucher empfehlen!


(Der kleine Altar vor dem vermauerten Grab der Deutschen in der Anlage.)  


(Wunderschön aufbereiteter Schlafsaal.)  


(Schikane im Hauptgang.)   

 

Am Ende sind wir dann wieder nach oben gekommen, haben den netten Damen vom Empfang (die hervorragend Deutsch auch konnten, Hut ab dafür das ich nicht die ganze Zeit Französisch sprechen brauchte!) Auf Wiedersehen gewünscht und sind dann mit der ganzen Gruppe oben über die Anlage gegangen. Die Kuppeln neben den tiefen Kratern waren im Abendlicht und bei langsam sinkenden Temperaturen gut zu erklettern, wir machten viele Bilder und sind dann zu den Autos gewandert.


(Die zerstörte Oberfläche des Forts.)  


(Auswirkungen einer Sprengung am Doppel MG Turm!)  


(Einschläge auf dem Turm.)   

Die wiederum waren von der Sonne leider gar gekocht, also gut gelüftet und weil die Zeit voran schritt, sind wir „nur“ noch zur ehemaligen Ouvrage Thiaumont gefahren. Dort über die nicht mehr kurz geschnittene Fläche hin, das war deutlich anders als früher, als hier alles kurzer Rasen war. Jetzt war hier Dickicht und ein Feuchtbiotop – nun, die Ouvrage ist leider eh nicht von innen zu sehen, aber von Außen haben wir ein paar gute Bilder machen können, unter anderem einen Vergleich 1918-2025 mit Stas!

 

Ouvrage Thiaumont und FT2/PC119

Wir parkten am Ende des Beinhausparkplatz und der größte Unterschied zu früher ist, das das Gelände nicht mehr kurzgemäht ist. Früher sah man hier die unfassbare Trichterlandschaft, jetzt hingegen erobert sich die Natur das Gelände zurück und man sieht kaum noch Trichter unter dem Bewuchs. Ich mag ja an sich Umweltschutz und Biotope, aber das hier war ein kleiner Streifen wo man zurecht visualisiert bekam, was hier passiert ist. Das hätte man nicht unbedingt ändern müssen. Aber so ist es eben. Also ab durch die Botanik zu den wenigen Betonresten der Ouvrage und dort ein paar schöne Bilder gemacht. Besonders klasse war es, dass ich mit Stas ein Bild von 1918 1:1 Quasi nachstellen konnte!



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Die Ouvrage B de Thiaumont war ein Befestigungswerk vom Typ Ouvrage d’infanterie. Es war eine nur kleine Anlage, die zur Deckung des Zwischenraums zwischen dem Fort de Douaumont und der erheblich größeren Ouvrage de Froideterre bestimmt war. Zur Ouvrage gehörten einige Artilleriestellungen und Infanterie-Schutzräume. Durch den ständigen Artilleriebeschuss von deutscher und französischer Seite (auch mit schweren und schwersten Kalibern) wurde das Bauwerk völlig zerstört.


Da man nichts betreten konnte und noch Zeit war, sind wir zu dem kleinen Abri weitergegangen, der nur gute 200m weiter liegt. Den hatte ich damals fotografiert, aber nicht betreten, das holten wir also nach. Durch das Gewirr der Bewehrungsstangen sind wir in den kleinen Abri rein, der nur dürftigen Schutz auf dem Schlachtfeld geboten hatte, war doch die eine Seite vorne komplett aufgesprengt. Eine irre Zerstörung, aber immer noch ein bisschen mehr Schutz als es die karge Trichterlandschaft damals den Soldaten bot. Der Abri vom Typ 1898 war schon in armierter Betonbauweise ausgeführt, wer sich vorsichtig bewegt, kann den gut von innen erforschen. Aber Achtung – manche Betonbrocken hängen nur von rostigem Eisen gehalten von der Decke und Wand herab…


(Die Reste von Thiaumont!)  


(Stas in der gleichen Position wie ein Soldat 1919 nach dem Krieg.)  

 Es waren dank der nun sinkenden Temperaturen viele Jogger unterwegs, denen wir aus dem Weg gingen. Am kleinen Abri angekommen, ignorierten wir das Warnschild und sind an den extrem verbogenen Stahlstangen der Betonbewehrung vorbei ins Innere gelangt. Das ist mit nur zwei Räumen und einer kleinen Verbindung vorne, die komplett aufgesprengt sind, nicht so groß, nichtsdestotrotz spektakulär zu sehen. Schon vor zwanzig Jahren fiel mir ohne Betreten dieses Abris auf, wie wenig Deckung diese den Soldaten in ihrem Zustand gegeben haben. Was aber immer noch besser als nichts oder eben nur vollgelaufene Granattrichter gewesen sein muss. Völlig unvorstellbar.


(Wirrer Drahtverhau durch die Zerstörung des Betons!)  


(Verwüstete Aussenseite des Abri!)  


(Inneres des Abri!)  

Nach einigen Bildern sind wir dann auf den Hauptweg gegangen und von da aus flott zu den Autos. Wir machten dann noch ein paar Aufnahmen vom Beinhaus und dem Gräberfeld davor bis wir dann erledigt uns auf dem Weg machten weiter.


(Schwebender Betonklotz über meinem Bein...)  


(Gräberfeld in der sinkenden Sonne.) 


(Wagenkolonne am Beinhaus und Gräberfeld.)  

Und nach nur zehn Minuten waren wir am Hotel, was wir kurz nach 20 Uhr erreichten. Das das eine hervorragende Idee war, merkten wir, als um 20:30 die Rezeption auch schloss, während wir gerade uns auf die frisch geöffneten, leidlich guten Zimmer verteilten. Nach erfrischender Dusche und Rückmeldung zuhause trafen wir uns dann vorm Hotel, marschierten die 6-700m zum lokalen Mäkkes, orderten eine Vielzahl an Burgern (Wichtige Tradition!) und nach gutem Mampf ging es wieder zurück zum Hotel. Der Mäkkes war überraschenderweise nicht sehr voll, das ging flott und so konnten wir um 21:30 das erste Hansa der Tour eröffnen. Was so gut mundete, dass bis weit nach Mitternacht ein nicht ganz unwesentlicher Teil der gesamten Vorräte quasi verdampfte. Wir hatten endlich Gelegenheit uns gegenseitig abzuholen, was die Entwicklungen seit letztem Jahr betrafen, Dönekes wurden erzählt und das eine oder andere Bild gezeigt (und Pläne fürs kommende Jahr schon geschmiedet!).


(Eine dreidimensionale Hansapyramide!)  


Ich zog mich gerade noch rechtzeitig zurück und haute mich ins Bett, der Rest dagegen kontrollierte noch etwas länger draußen die Qualität der Brauerzeugnisse aus Dortmund und so ging der Abend für viele der Gruppe doch sehr spät zu Ende.




 Tag 2 - Fort Tavannes, Batterie Tavannes, Batterie Hopital, Museum Fleury, Abri Quatre Chemins


Nachdem es in der Nacht sich etwas abgekühlt hatte, sind wir leicht nach Plan in den Tag gestartet. Um 9 Uhr waren wir nicht am Fort Tavannes, aber wenigstens gab es ein brauchbares Frühstück am Tisch vor dem Hotel. Damit das Auto nicht so müffelt, habe ich eben die leeren Bierdosen in die Dusche gestellt – da kommen wir noch später zu...
 


(Auf zum Tag Zwei - mit Kaffee gut dabei.)  

Jedenfalls machten wir uns um halb zehn auf den Weg, waren auch flott in der Nähe des Forts und im zweiten Anlauf fanden wir einen guten Parkplatz an einem Waldweg. Da dort noch keine Verbotsschilder waren, sind wir von hier aus Richtung Fort gelaufen. Kurz bevor man an dem Fort ist, kommen dann doch die freundlichen Hinweisschilder, das hier Spannendes im Wald zu entdecken wäre. Nun, der Zutritt sollte nicht ganz so schwierig sein, nur das Haupttor sei versperrt. Und genau das fanden wir auch so vor. Leider zugemauert, aber der alte Kopfsteinpflasterweg und die fehlende Rollbrücke waren eindeutig zuzuordnen.



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(Eingang gefunden, leider zugemauert.) 


(Super unübersichtliches Gelände, auch mit Lageplan war es schwer sich zu orientieren!)


(Das sieht nicht nur steil aus, das war auch steil und völlig überwuchert!) 

 
Wir sind dann rechts weiter – hier kann man den Abhang hochklettern neben dem alten Tor und auf der Innenseite fanden unsere „Scouts“ Stas und Tobi relativ schnell dann eine aufgesprengte Kasematte. Hier war quasi von oben das Dach und etwas die Seite wohl durch eine große Granate offengelegt. Der Abstieg hier war jedenfalls möglich, wenn auch nicht ganz einfach. Wir sind der Reihe nach hier den Abhang runtergerutscht und haben uns so gut es ging an den Wurzeln etc festgehalten. Bei Regen jedenfalls ein eher schwieriges Unterfangen, aber noch war es ja trocken und warm. Unten angekommen waren wir erstmal baff, wie groß und hoch die Räume waren. Das hatte auch aufgrund der gemauerten Wände eher etwas von Kirche als Bunker an sich. Kunststück: Das Fort ist ja auch noch aus der Vor-Beton-Bauzeit.



(Einstieg zu den Kasematten via einer zerschossenen Decke. Steil und rutschig leider.) 


(Sergey kletterte vor, klappte dann leidlich gut auch ohne Ausrüstung) 


(Von unten betrachtet sieht man eher,, wie schwierig der Zugang ist.)   

Laut der Seite festungsbauten.de (sehr empfehlenswert!) ist das Fort Tavannes ein sogenanntes „Panikfort“, wurde zwischen 1876 und 1879 von den Franzosen erbaut und nach dem französischen Marschall Tavannes benannt.


„Fort de Tavannes besitzt die typische polygonale Form, auch wenn dies heute nur sehr schwer zu erkennen ist. Es gehörte zu den ersten Festungswerken und […] bestand aus Mauerwerk. In den Jahren 1889-1890 wurden Teile der Befestigungen und die nördliche Hofkaserne betoniert.“


(Schacht nach unten, da geht nichts ohne Ausrüstung) 


(Stelle, wo wir in die Streiche runter sind, Das war nicht schön!)

 


(Die nicht fertige, aber dennoch beeindruckende Grabenkonstruktion.) 

 

 
Das erklärt, warum es so anders aussieht und warum es so heftig zerstört heute ist, denn man verstärkte das Fort zwar zum ersten Weltkrieg, aber eher übersichtlich nur mit einem Vorgraben und einem breiten Stacheldrahthindernis. „Das Fort verfügte über Unterkunftsräume für fast 600 Soldaten, besaß über keine weitreichende Artillerie. Lediglich in Höhe des Kehlpunktes existierte eine gemauerte Anschlussbatterie mit 4 Geschützständen.“ Da kennen wir durchaus Größeres.


Fort Tavannes wurde im August 1915 desarmiert, Bewaffnung und Munition abgezogen und die Besatzung anderen Einheiten zugeschlagen. Mit Beginn der Verdun- Offensive am 21.Februar 1916 wurde das Fort regelmäßig mit allen Kalibern beschossen. „Nach den deutschen Erfolgen wird das Fort mit Befehl vom 24.März wieder mit einer Besatzung versehen. Die Besatzung besteht aus einem Bataillon Infanterie, einer MG-Kompanie, Pionieren und Artilleristen. Im Juni 1916 waren schließlich zwölf MG´s und zwei 58mm Geschütze im Fort eingebaut.“


Die Spuren dieses Beschusses sind jedenfalls überall sichtbar, das Fort ist extrem zerstört und ein Besuch bisweilen lebensgefährlich. Überall gibt es teilweise dutzende Meter tiefe Löcher im Boden, die Decken bröseln, Steine lockern sich und natürlich gibt es noch die „normalen“ Gefahren wie in anderen Forts aus dieser Zeit. Dazu in Verdun leider auch die Belastung mit alter Munition – doch dazu später mehr.

 

 
(Erster Eingang in das Innere der Anlage - Richtung Kehlkoperne) 


(Super schöne Decken, aber bröselig ohne Ende leider.)


(Und überall gefährlich große, tiefe Löcher im Boden. Extreme Vorsicht ist angebracht!)

 

Wir sind also direkt bei den Latrinen ins Fort rein, versuchten uns an einem Plan zu orientieren, was leider erst zur Hälfte der Erkundung des Forts klappte. Fotos gemacht, raus aus der Latrine und schon standen wir bei den zerstörten Mannschaftsräumen. Wir sind hier ein wenig in kleineren Gruppen unterwegs gewesen, erforschten nach und nach die Räume, stießen irgendwann auf die Zisterne und Wasserpumpe – aber eben auch immer wieder auf Sackgassen, eingestürzte Tunnel und versperrte Wege. Ein Labyrinth leider. Gegenüber den Mannschaftsräumen ging es dann durch einen kleinen Eingang tiefer in die Anlage, man kam hier auf einen in zwei Richtungen abzweigenden Gang, der rechts noch offen war (links vermauert). Hier ging es quasi hinter den Mannschaftsräumen weiter, was sehenswert war. Aber auch hier große Vorsicht – viele, tiefe Löcher in den Räumen! Das eine oder andere war zu entdecken, alte Bettgestelle, geflieste Wände – sehr anders als neuere Forts und Bunker!


Leider waren die Wege nach oben zugemauert, wir sind an einem zerfallenen Treppenhaus nicht nach oben gekommen und an der Stelle, wo ein Schacht nach oben führt, ist deren oberes Ende verschlossen. Am Ende des Gangs ist dieser mit Erde fast völlig gefüllt, hier ist Stas alleine vorgestoßen und machte Bilder. Dort befand sich wohl die Bäckerei des Forts und weitere Lagerräume – wir anderen hatten aber nicht so große Lust durch den Matsch zu robben.


(Fast verschütteter Gang zu den Lagerräumen, die Leiter nach oben endet blind.)

 


(Altes Bettgestell mit Resten der Wanddekoration dahinter.)

 


(Stollen zur Kehlpoterne.)

 

Immerhin konnten wir den dunklen Gang dafür nutzen, unser kleines Tourritual zu starten, nach Löschen aller Lampen gab es die bekannte kleine Ansprache, ein Knicklicht tauchte uns alle in ein fahles Licht und dann ging es wie gewohnt weiter mit der Tour. Wegen der Sackgasse ging es also zurück zum Hauptgang.
Da links kein Weiterkommen war, sind wir rechts abgebogen und standen bald vor einer Öffnung durch die Regen fiel. Und nicht nur das – es gewitterte über uns, und zwar heftig!

Da die Decke hier sehr brüchig war, sind wir turboschnell weiter und endeten in der Doppelkehlkaperne. Diese hatte in der Mitte einen unfassbar tiefen Schacht der von uns als möglicher Teil der „Travaux 17“ Tunnel eingestuft wurde. Ob er das wirklich ist? Manche Pläne legen es nahe. Jedenfalls waren die drei quer drüber liegenden Schienen kein ausreichender Schutz, wer sich hier ohne Licht verirrt, kann bei einem Fehltritt sofort tot sein!


(Das Gewitter über uns...)

 


(Unscheinbarer Eingang oben, den muss man aber nicht nutzen, auch unten geht es durch.)

 


(An der Spitze des Forts angekommen, der Schacht hier geht gut 20m senkrecht nach unten und ist NULL abgesichert!)


Da es draußen heftigst schüttet, haben wir uns nur im Inneren den Bereich so gut es ging angesehen, der ist aber recht leer und vor allem auch teilweise verschüttet. Da hier kein sinnvolles Weiterkommen war, sind wir den Weg zurück gegangen, wurden leider etwas nass vom Gewitter, das laut knallend vom Donner genau über uns war. Ein Glück waren wir im Bunker, aber das gab einen kleinen Eindruck davon, wie es vor über hundert Jahren hier wohl zugegangen sein muss, als ein entsprechender Beschuss auf der Anlage lag.
Wir sind dann in die Nebenräume rein, haben dort noch das eine oder andere kleine Objekt gesehen – und dann standen wir vor zwei Handgranaten, über die wir alle hinweg gestiegen waren. Kein schöner Moment, wir sind so flott es geht weg von den alten Teilen!

 


(eine gut erhaltene Kommode mit Verzierungen vorne!)

 


(Verrostete Munitionsreste im Fort, vermutlich alte französische Handgranaten.)

 

Da wir nun den hinteren Teil erkundet hatten, ging es weiter in die restlichen Mannschaftsräume, die auf dem Plan des Forts links oben (also nördlich) liegen. Man kommt hier von außen gut hin und schon im dritten Raum ist ein guter Zugang zu den Innenräumen, die ersten waren von außen zugemauert bzw. betoniert worden. Und hier gibt es eine Überraschung, wenn man innen nach rechts geht – eine Wendeltreppe nach unten, die nachträglich in den Fußboden gestemmt wurde. Hier geht es in die Travaux17 Tunnel rein, die verhältnismäßig gut erhalten sind, von deren längerem Betreten ich aber dringendst abrate. Praktisch alle Abstützungen aus Holz in denen sind mittlerweile morsch, die Tunnel beginnen einzustürzen, hier herrscht akute Lebensgefahr. Wir sind dennoch ein ganzes Stück in diese Tunnel rein, trennten uns (nicht schlau!) auch hier in drei Gruppen und versuchten, relativ viel zu erkunden.


(Riesiger Tierknochen in einem der RÄume.)

 


(Andere Seite des Forts mit Räumen.)

 

 


(Der bessere Zugang zu den Travaux 17 Tunneln.)

Das war dann aber der Moment, wo mir das zu heikel wurde – ich zumindest bin bald wieder an die Oberfläche, nachdem ich unterirdisch gut 250m des Systems mir angesehen habe und eine eingestürzte Stelle kam (laut Plan muss das der Gang gewesen sein der zu dem tiefen Schacht an der Kehlpoterne geführt hat). Das reichte mir – außerdem waren wir zu dicht am „Rückruftermin“ nach Hause dran, ich bin also nach draußen, habe uns zurückgemeldet und dann zwanzig Minuten auf den Rest der Gruppe gewartet. Nach und nach kamen dann alle, mancher ist hier extrem weit unter der Erde gelaufen. Das ganze System haben wir also nicht erkundet, aber laut Plan einen überraschend großen Teil! Dennoch: Nicht nachmachen. Ernsthaft!


(Man beachte das verfaulte Holz rechts unten - das stützte das vor hundert Jahren mal ab, jetzt ist das komplett bröselig.)

 


(Etwas besser waren die Teile, wo die Wände gemauert waren. Siehe ganz unten .)

 


(Leider waren das nur kurze Stücke, der Rest sah meistens genau so aus!)

 
Wir haben uns dann noch die restlichen Räume angesehen, links gab es noch einen Abgang zu den Tunneln, der war aber mangels Stufen rutschiger und nicht so gut. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit sind wir dann nicht mehr in Richtung Graben außen weiter, sondern den Weg, den wir gekommen waren zurück Richtung Latrine und damit zum Ausgang. Insgesamt haben wir sicherlich zweidrittel und Mehr der Anlage gesehen und waren schon über drei Stunden hier! Bevor wir dort ankamen, kam nochmal der Regen, also stellten wir uns in einem der Mannschaftsräume unter. Und dann hörten wir draußen ein Poltern, nachdem es ordentlich gedonnert hat: Ein Stein der Außenfassade hatte sich gelöst und ist nur wenige Meter neben uns vom Gebäude herabgefallen. Also: Es bröselt, und zwar heftigst!

 


(Ich rate wirklich, wirklich davon ab, sich das hier anzusehen!)

 


(Hier das Ende des Ganges, der Richtung Kehlpoterne führen sollte, dort hätte er in dem 20m Schacht geendet.)

 


(Der zweite Eingang zu den Travaux 17 Tunneln. Mangels Stufen leider rutschig. Man kann hier durch die Tunnel zum anderen Ende g ehen.)

 
Nachdem das Gewitter dann nachgelassen hatte, sind wir Richtung Latrine und von dort den leider jetzt rutschigen Abhang wieder hoch. Dank gegenseitiger Hilfe war das aber gut machbar. Was weniger gut dann lief, das war außen den Weg zurückzufinden. Nachdem wir den aber auch irgendwann hatten (da lohnt sich mein Gedächtnis für Wege 😊 ), brauchten wir tatsächlich das Seil, um den Abhang sicher runter zu kommen. Tobi, als Kletterkünstler, kam zuletzt und konnte das wieder entfernen, aber zumindest ich und auch ein paar andere waren heilfroh über die Kletterhilfe. So kamen wir genau an dem Punkt wieder raus, wo wir in die Anlage rein kamen, neben dem zugemauerten Tor.

 


(Ausstieg aus der Anlage, der Regen machte das schwierig und schmierig...!)

 


(Der Stein fiel uns beinahe auf den Kopf beim Gewitter!)

 


(Dank Seil ein machbarer Abstieg, ohne Hilfsmittel eher was für geübte KLetterer!)


Von dort aus sind wir dann den Waldweg entlang gegangen, machten aber noch linkerhand einen Abstecher zu einer im Plan eingezeichneten Kasematte. Die zu finden war leider nicht so easy, weil dort ein neumodischer abgezäunter Bereich ist, was uns verwirrte, wo nun im Verhältnis der alte Bunker sei. Aber ganz easy – man geht außen am Zaun vorbei und schon steht man nach 100m davor (man muss den nur durchs Efeu erkennen…). Leider zu und innen leer, wie man durch die Scharten sehen konnte. Nach ein paar Bildern zogen wir ab.


(KLeiner Bunker aussen.)

 


(Nahaufnahme der engen Scharte.)

 


(Leider unzugänglich (Gutter im Eingang), innen aber auch leer.)

 
Sergei ließ dann seine Drohne zur Erkundung steigen, leider ist die durch den Wind in den Wald abgetrieben worden, so das wir alle erst mal ordentlich suchen mussten. Wo das Stück war. Wir hatten Bildkontakt, sahen aber nur Blätter. Nicht hilfreich im Wald. Das GPS Signal führte uns auch in die Irre, aber mit geschultem Adlerauge hat dann Marc die Drohne HINTER uns entdeckt. Wie er das wohl geschafft hat? Klasse jedenfalls, wir konnten weiter.


Leider meldete sich bei mir aufgrund des Wetterumschwungs meine Narbe am Gesäß, das machte Laufen schmerzhaft und wurde immer schlimmer. Wir sind also zu den Autos zurück und für mich war klar, dass wir so den Rest des Tages etwas kürzere Dinge nur schaffen könnten. Also die Straße runter zur Batterie Tunnel, die sehr klein und einfachst zu finden war: Wir parkten direkt davor. Und legten auch eine ordentliche Mittagspause ein, mit Salamis, Brot, Eiern und Gemüse.

 


(Die extrem kleine Batterie du Tunnel.)

 


(Innenansicht des ersten Bunkers, der Rest sieht analog aus.)


Batterie du Tunnel (Tavannes) und Batterie Hopital


Da das nun wirklich sehr klein war, sind wir durch den Wald den Pfad entlang gegangen zu einem weiteren Ziel – das stellte sich als die „Batterie Hopital“ heraus, eine wesentlich größere Artilleriestellung im Zwischenraum von Fort Tavannes und Fort Vaux.



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Es handelt sich hierbei um eine 1881 errichtete, noch gemauerte Batteriestellung für sechs 155mm Geschütze. Eine recht große Anlage mit fünf zum Teil stark beschädigten Geschützunterständen. Sie befand sich nicht im direkten Infanterie – Kampfbereich, wurde dennoch durch Beschuss beschädigt. Eines der Geschütze war etwas abseits der Anlage in einer Feldstellung offenbar aufgebaut, an diesem gut erkennbaren Einschnitt im Gelände kommt man auf dem Weg zur Anlage vom Parkplatz aus vorbei.


(Eine Übersicht der Anlage draussen. )


(Einer der Durchschüsse von der deutschen Artillerie.)


(Nur nicht die Balance verlieren... Innenräume der Anlage, der Boden ist teilweise eingebrochen.)

 

Diese Anlage kann man auch recht schnell erkunden, hier gibt es heute noch mehrere große offene gemauerte Räume zu sehen, die teilweise miteinander verbunden sind. Auch gab es hier an einigen Stellen eine zweite Etage. Leider ist die Anlage erheblich zerstört, man kann einige Teile gut erkunden, andere sind verschüttet leider. Nachdem wir hier alles Sehenswerte gesehen hatten (und leider das gegenüber auf der anderen Straßenseite im Hang liegende Zwischenmagazin „sous Roc“ leider verpasst haben), sind wir zum Auto zurück, ich dann mehr gehumpelt als sonst was. Also war klar: Ein Abstecher zum Hotel musste sein, dort hatte ich entsprechende Medikamente bei, damit das sobald möglich wieder besser würde.


(Ein erhaltener Zugang zur unteren Etage (leider zerstört).)

 


(Sicht aus der Anlage heraus, das meiste kann man tatsächlich vom Weg aus sehen!)
 

Die Fahrt dauerte nicht lange und am Hotel angekommen habe ich dann dem Körper etwas Pflege angetan. Das würde zwar etwas dauern bis es wirkt, sollte aber zumindest den Sonntag retten. Da wir auch noch etwas (!) einkaufen gehen, haben wir das als nächstes angegangen und das wurde ein wesentlich größeres Abenteuer. Der lokale Carrefour in Verdun IST groß und wir waren müde, hungrig und durstig. Eine Kombination also die in einem Einkauf jenseits der Ein Stunden Marke endete. Für ein paar Eiswürfel, Bier, Käse, Margarine und zwei Baguettes etwas lang, aber der Rest hatte auch noch einiges aus dem Laden geholt und so… dauerte es alles. Da es nun schon fast fünf Uhr war, reichte die Zeit nicht für Fort Vaux – das Fleury Museum aber wäre noch machbar. Also zurück zum Hotel, Eis und Bier in den Kühler, Essen eingepackt und los zum Museum bei Fleury. 

 

Museum Champ de Bataille, Fleury


Das hat sich zu meiner Verwunderung doch geändert, und zwar nicht zum Positiven insgesamt. Nach einem neuen Anbau und Umgestaltung hat man das nach meiner Meinung beste Element, das zentrale große Diorama durch eine riesige Videoinstallation ersetzt.


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.


(Maske eines Flammenwerfersoldaten.)


(Schöne Animation der Schlacht.)


(Diverse Fahrzeuge und Geschütze - top erhalten!)


Sicher, das ist an 2025 und Medienkonsum heute gut angepasst, aber mir fehlte das Diorama sehr. Immerhin gab es eine gute Darstellung der Verdunschlacht anhand von projizierten Karten mit Erläuterungen und die sonstige Ausstellung war nach wie vor sehenswert. Insgesamt also Daumen hoch für das gute Museum, aber mit einer Träne im Auge, weil mir das Diorama wirklich sehr fehlte. Im Museum war es angenehm kühl, wir konnten also entspannt uns alles ansehen.


(Blick auf die Reste des grossen Dioramas.)


(Diverse deutsche Helme.)


(Vorne Reste des Dioramas, dahinter die grosse Videoinstallation.)

Nachdem wir nach fast anderthalb Stunden vor Ort mit einer Ansage über Lautsprecher rausgebeten wurden weil das Museum schließen würde, sind wir raus – und vor dem alten Eingang ist die große Granate weg, die ich damals beeindruckend fand. Genau die steht offenbar nun im Turm des Beinhaus! Da ist die also hin… eben noch ums Museum drum rum gewandert, aber dann waren wir auch durch. Da der Tag so früh noch nicht enden sollte, berieten wir kurz, was wir uns noch ansehen könnten.

 


(Details einzelner Schicksale, das war gut aufbereitet.)

 


(Zwei Flugzeuge illustrieren die "Schlacht über der Schlacht"!)

 


(Französisches Geschütz zwischen Halle und Parkplatz.)

 

Den Tunnel Tavannes zu finden, wäre zu aufwändig und dank meiner Immobilität auch nicht realistisch, aber direkt neben dem Beinhaus ist ja die Ouvrage Thiaumont und in der Nähe auch der Abri Quatre Chemins. Beides kleine, gut erreichbare Ziele – also sind wir flugs dorthin.

 

Abri Quatre Chemins

Unser nächstes Ziel war der Abri Quatre Chemins, der nur eine Minute mit den Autos entfernt lag. Geparkt, ausgestiegen, über den Trampelpfad zum Abri hin und durch den einen Eingang rein. Im Inneren festgestellt, das noch mehr Mücken als früher sich hier tummeln und Fotos dank moderner Technik viel beeindruckender sind. Da der aber ansonsten komplett leer ist, haben wir den nur einmal ganz durchwandert, Bilder gemacht und dann am zweiten Eingang wieder verlassen. Mehr Details zu dem Abri gab es schon im Bericht 2005 oder 2006, ich halte das zugunsten einiger Bilder dann mal kurz. Bemerkenswert ist noch, dass die Wände am Ende mittlerweile nicht mehr so stabil aussehen. Das Teil wird wohl in absehbarer Zeit fürs Publikum gesperrt…



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(Eingang zum Abri.)  
(Die eine Seite des großen Abri, keine Zwischenwände!)  
(Hier bröselt es - das untere Ende eines der "Schornsteine".)  

 

Nachdem wir noch versuchten das Gräberfeld vor dem Beinhaus in der untergehenden Sonne gut photographisch festzuhalten, sind wir letztlich kurz vor 20 Uhr zum Hotel gefahren, machten uns in die Zimmer auf zum frisch machen und ich meldete uns zuhause für die Nacht ab.


(Der Schornstein von unten.)  


(Dank starker Lampen kann man den ganzen Abri so sehen...)  


Da ich wirklich nicht mehr zu Fuß gehen wollte, sind wir dann zum Mäkkes nach erfolgter Dusche hin gefahren – dort war es Samstag Abend richtig voll, es dauerte länger bis das Essen kam und nachdem wir dann endgültig satt waren, ging es zurück zum Hotel. Dort zauberte ich dann die Kühlboxen hervor und nun fiel mir auf, dass die leeren Dosen weg waren. Hatte das Hotel doch den „Müll“ entsorgt und so nen guten 5er an Pfand gleich mit. Mist. Aber wenigstens wäre so etwas Platz im Auto bei der Rückfahrt und halt auch etwas weniger Muff bei der Fahrt. Sehen wir es also positiv… Wir machten es uns am Tisch draußen gemütlich, ich legte mir was Weiches auf die Bank und dann bauten wir noch laaaaange eine amtliche Dosenpyramide draußen zusammen.
Da morgen Fort Rozelier auf dem Plan stand, habe ich noch ganz frische Infos von Martin (siehe am Anfang) eingeholt, wie wir am besten ins Fort kämen. Die habe ich leider nur halb richtig gedeutet, aber dazu dann am Tag 3 mehr im Bericht. Aber auf jeden Fall stände uns ein spannender Tag noch bevor!

Irgendwann nicht zu spät nach Mitternacht habe ich mich dann hingehauen, Marc war schon etwas eher ins Bett, hatte nicht ganz so gute Laune am Ende. War aber auch ein anstrengender Tag. Der Rest hielt noch durch, bis es heftig anfing zu regnen, aber irgendwann war dann auch Ende.

 

 

Tag 3 - Fort Rozelier, Tunnel de Tavannes

Der schwierigste Morgen einer Tour ist traditionell der letzte – man ist fertig, kriegt wenig Schlaf, die Inhalte der Dosen-Pyramiden der Vorabende werden vom Körper noch bearbeitet… und die Autos müssen zur Rückfahrt beladen werden und obendrauf will man ja noch einiges sehen bevor es nach Hause geht. Der Plan sah reichlich vor, die Realität hingegen zeigte, das der Plan eher für zwei Touren ausreicht, statt nur einer. Nun, das macht die Planung für eines der Folgejahre viel einfacher!


(Alles gepackt, Zimmer leer, Abfahrt.)  

Ich begann mit einem Instantkaffee für alle, die einen bräuchten, stellte fest, das es mir gesundheitlich erheblich besser ginge, machte mich für den Tag fertig und packte dann flugs unseren Kram ins Auto. Eben ausgecheckt, Tetris mit den Sachen am Auto gespielt (dank der fehlenden Dosen war plötzlich genug Platz so eben…)
Nach und nach kam dann der Rest dazu und nur eine Stunde nach Plan (dank Frühstück, was aber nicht ohne geht) sind wir dann auch wirklich beim Parkplatz in der Nähe des Forts angekommen. Leider war es ziemlich nass, aber gegen das Wetter konnten wir nicht so viel machen.


Mit Plan in der Hand, Regenjacke auf und Rucksack am Start sind wir dann so schnell es geht die Straße lang gelaufen bis wir auf dem Feldweg waren, der Richtung Fort führte. So richtig gut fand ich das nicht an der Straße zu parken aber bei den rutschigem Boden wollten wir uns auch nicht auf der Lichtung am Rand der Feldwegs zum Fort festfahren. Dort parkt man zwar sichtgeschützt, aber dann ist 100% klar, wo man wohl hingeht.

 

Fort Rozelier



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Los ging es also strammen Schritts an den gewohnten Hinweisschildern „hier gibt es Spannendes zu ignorieren!“ vorbei in Richtung Fort. Das kann man fast gar nicht verfehlen, rechts neben dem Feldweg gehen viele Trimmdich Pfade durch den Wald, die offenbar von der lokalen Bevölkerung gut genutzt werden. Haben wir dann auch und so waren wir im Unterholz fast unsichtbar. Wir fanden dann schnell den alten Eingang der aber leider zu ist. Stacheldraht und Kette vorm Gitter – hier ging es nicht durch. Rechts neben dem Tor ebenfalls Nato-Draht im Graben: Das sah nicht einladend aus. Der Tipp war „an der Rückseite des Forts gibt es einen Eingang zur ebenen Erde dank Loch in der Wand“.


(Frische Warnhinweise am versperrten Zugang.)  

 
(Alles voller Stacheldraht.)  
(Auf ging es durch dicken Regen und noch dickeren Wald. )  


 Ja… leider habe ich das so interpretiert, das man von der Rückseite des Forts aus da herankommt. Nachdem wir eine Viertelstunde durch den Wald auf den Pfaden irrten (bei höchstmöglicher Geräuschvermeidung, denn nebenan ist ein aktiver Übungsplatz der französischen Armee), fanden wir auch die Rückseite des Forts. Leider war dazwischen ein ca. 10m tiefer, senkrecht gemauerter Graben, den wir eben nicht fliegend überwinden könnten. Mist!



(Am Ende des Forts standen wir vor dem Abgrund - nix ist. )  


Also Martin angeschrieben und dann verstanden das wir rechts am Haupttor vorbei IN den Graben mussten und dann auf der Rückseite ein Zugang sei! Das motivierte uns es nochmal vorne zu versuchen und siehe da – wenn man 50m VOR dem Tor schon rechts in den Wald geht, landet man sanft im Graben und kann am Stacheldraht vorbei weiter. Gewusst wie…
Im Graben haben wir uns blöderweise dazu entschieden, rechtsherum zu gehen. Ein kapitaler Fehler wie sich später rausstellte. Aber immerhin konnten wir so den Graben rund ums Fort umfangreich kennenlernen. Der alte Eingangsbereich ist heftig zerstört, man kann hier mit Kletterequipment vorne rein. Es bröselt aber, das Ganze ist hier nicht safe und uns war es zu riskant, hier mit Seil und Co. hochzuklettern.


(Wenn man genau hinsieht, kann man sich hier an der Seite durchzwängen!)  

 
(Erstes Hindernis gepackt, ab in den Graben rund ums Fort.)  

 
(Hier kann man rein, aber nicht ohne Kletterausrüstung.)  


Ein paar Details, die teilweise von festungsbauten.de übernommen wurden:
Das Fort Rozelier gehört zu den größten Forts im Raum Verdun. Wie die anderen hat es eine Polygonform. Bevor es zugemauert wurde, gelangte man zum Fort über einen Weg, der an einem Blockhaus vorbei ging. Über eine Zugbrücke erreichte man den Hauptteil des Forts.
Dahinter ist der doppelte Kasernentrakt, von diesem aus geht eine Art Tunnel zur doppelten Spitzengrabenwehr. Das Fort ist so alt, das es noch gemauert ist - nur der hintere Teil des Kasernentraktes ist durch Beton verstärkt. Die beiden Kasernenteile sind voneinander durch einen schmalen Innenhof getrennt.
Von diesem Tunnel aus gelangt man zu einem 15,5cm Galopin-Panzerturm. Geht man den Gang weiter, so führt er weiter bis zu einem weiteren Infanterieausgang und einer zugemauerten Treppe die zur doppelten Grabenstreiche führte.


Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde Fort Rozelier zur Verteidigung fit gemacht und mit Truppen besetzt. Allerdings hat man das Fort dann schon ab August 1915 wieder „entfestigt“, Geschütze und Munition abgezogen und die Besatzung auf ein Minimum reduziert. Nach Beginn der deutschen Verdun Offensive wurde das Fort zum März 1916 wieder verstärkt. Das Fort gehörte aber nur zur „2. Kategorie“ und diente Stäben und Reserven als Unterkunft. Durch die mangelnde starke Bewaffnung war es nicht so einsetzbar wie die anderen, modernisierten Forts.


„Aufgrund der Erfahrungen anderer Festungen bei Verdun beginnt man Mitte 1916 mit dem Bau eines Stollensystem. Das Stollensystem ist in Fort Rozelier sehr umfangreich und gut ausgebaut, teilweise ist es betoniert worden.“


(Wir wuchten uns in die Grabenwehrtunnel hinein..)  

 
(Nicht ganz einfach, aber machbar: Drin!)  

 
(Achtung, hier geht es direkt neben dem Einstieg 5m steil runter!)  


Soweit zum Hintergrund – wir sind also weiter den Graben entlang gegangen auf der Suche nach einem Eingang. Auf der Rückseite haben wir dann wirklich in der Ecke des Grabens einen Einstieg gefunden und es schien weiterzugehen. Also alle rein! Wie wir dann feststellten, war dies leider nur ein Zugang zu einem Teil der Grabenwehr. Schon nach kurzer Zeit (und nach kreativer Überquerung eines wassergefüllten Abschnitts im Tunnel) standen wir oben vor einer Sackgasse. Der hier ursprünglich vorhandene Ausgang zum Inneren des Forts ist leider oben am Ende der Treppe zugemauert.


(Balanceakt im vollgelaufenen Tunnel.)  

 
(Die elend lange Treppe nach oben ins Fort - also, ehemals...)  

 
(Ende aus, hier geht es nicht ins Fort leider. )  


Hier kamen wir also leider nicht (mehr?) rüber ins Fort, sondern mussten den Weg wieder zurück in den Graben gehen. Immerhin fanden wir ein paar gut erhaltene Details und absolut keine Schmierereien. Das ist ja auch mal was.


(Immer wieder fiese Abgründe - die Anlage ist gefährlich!)  

 
(Auch hier ging es nicht hinein leider.)  
(Dafür hier um so tiefer nach unten. Ohne Rückweg!)  


Zurück im Graben ging es weiter Richtung Kehlpoterne. Vorher haben wir links einen aufgesprengten kleinen Tunnel gefunden, der nach innen führte. Marc und ich sind da rein, gebückt die gut 100m gelaufen und dann eine Leiter nach oben. Die kletterten wir hoch und fanden uns mitten in einem Urwald wieder – ohne Plan wo wir genau waren und ohne Orientierung, ob und wie man hier weiterkommt. Also zurück zu den Anderen, das war offenbar nicht der Zugang, den wir suchten. Auf dem Weg nach draußen nach dem fies kleinen Tunnel hatte ich mich an einem Efeustrang festgehalten. Leider löste sich dadurch ein Stein aus der Fassade, der mich an der rechten Schulter traf. Das hätte böse ins Auge gehen können! So hatte ich nur einen dicken blauen Fleck, aber das war ein klares Zeichen, wie sehr das Fort bröselt.


(Aufgesprengter Tunnel, der endet durchaus oben im Fort, aber wo?)  

 
(Nur gebückt zu durchqueren leider!)  
(Aufstieg nach oben)

  
(Tobi kam nach, aber wir sind lieber zurück...)  


Wir gingen also den Graben weiter, bis wir endlich an der Spitze des Forts ankamen – der Infanterieausgang hier ist zugemauert, aber rechts in der Wand ist hier ein Notausgang, der offen ist und den man über ein paar aufgeschichtete Steine gut erreichen kann. Dort sind wir letztlich der Reihe nach rein, denn laut Plan sollte der Tunnel ja frei sein in das Fort Innere. Dem war auch so! Wir haben uns zunächst die Räume in der Grabenwehr angesehen, sind dann aber von dort über den betonierten Tunnel in Richtung Kaserne und Panzerturm gegangen. Nach kurzer Zeit sind wir an einer Kreuzung angekommen, linker Hand ging es hier zum Panzerturm und Beobachter und noch einen Ausgang nach draußen.


(Leicht erschöüft nach der Kletteraktion im Graben...)  

 
(Es dauert ziemlich lange, hier durch zu kommen.)  
(Ehemalige Infanterieausgänge?)  

 
(Hier ist der Zugang dann zum Inneren - fast ebenerdig!)  


Wir haben uns hier den Turm angeschaut, die dazugehörigen Räume die vermutlich als Munitionslager gedient haben – und am Ende gab es einen durch Flatterband abgesperrten Schacht, der senkrecht nach unten ging. Offenbar eine untere Ebene, die wir durch die Steigeisen lieber nicht erreichen wollten. Der Turm selber war gut anzusehen, aber leider in einem so schlechten Zustand, das ein Beklettern nicht ohne Risiko war. Da auch die Treppe größtenteils fehlte, habe ich mir das Hochklettern gespart, der Turm ist identisch zu dem Turm in Douaumont. Das hielt aber ein paar von uns nicht davon ab, trotzdem sich die obere Etage anzusehen…


6646,6650,6652,6654


(Nachträglich betonierter Tunnel von der Grabenstreiche zum Fort (bzw Panzerturm) und Zugang zu den Tunneln unterm Fort) 


(Aufstieg zur Beobachterkuppel.)  


(Steiler, ungesicherter Schacht tief nach unten!)  


(Team beim Betrachten und Beklettern des Panzerturms.)  


Als wir hier so weit alles gesehen hatten, sind wir zurück zur Kreuzung und hier wurde es spannend. Ursprünglich ging es hier direkt nur zur Kaserne oder nach draußen. Links und rechts neben dem Gang hat man aber kleine Treppen eingebaut, die in der unteren Tunnelbereich führten. Und der hier war wie in der Beschreibung wesentlich mehr ausgebaut als vermutet. Hier ist sehr viel betoniert, das Ganze macht einen recht stabilen Eindruck. Also nicht die sonst gefundenen Travaux 17 Tunnel, sondern wirklich das, was es hätte werden sollen mit zusätzlichem Ausbau.


(Schrott im zugemauerten Infanterieausgang des Tunnels..) 

 
(Totes Ende eines der Travaux17 Tunnels.)  

 
(Deutlich stabilere Travaux 17 Tunnel, viel betoniert!.)  


Wir sind also hier nach unten geklettert und fanden schon bald einen ehemaligen Infanterieausgang, der mit Schrott gefüllt ist. Auch sonst waren die Gänge entweder leer oder mit Schrott in den Ecken versehen. Keine wesentlichen Schmierereien, diverse Gänge enden aber blind oder in Travaux17 bröseligen Stummeln. Nachdem wir nach und nach die Tunnel erkundeten fanden wir auch den Zugang von unten zum Panzerturm. Also keine Notwendigkeit, die Leiter zu beklettern!


(Übungshandgranate)  


(Hier war Schluß!)  


(Und auch hier standen wir vor einer Sackgasse....)  


An diversen Tierskeletten (Füchse?) vorbei sind wir durch die restlichen Tunnel, fanden die eine oder andere benutzte Übungsgranate (das Gelände wird von der französischen Armee ab und zu für Übungen wohl genutzt) bis wir dann irgendwann am Ende der Tunnel standen. Hier wurde wohl ein Ausgang verfüllt, ein weiterer Abzweig endete in einem verstürzten Tunnel, den wir nicht betreten wollten und so sind wir also den ganzen Weg zurück zur Kreuzung gegangen und wieder nach oben gewandert. Spannend zu sehen und definitiv besser erhalten als Fort Tavannes am Vortag mit den Tunneln!


(Tierknochen, nicht die Einzigen hier...)  


(Travaux 17 Tunnel - bei dem Zustand besser nicht betreten!.)  


(Travaux 17 Tunnel, das betretbare Ende davon. Hinten noch Stützen, aber das bricht aktiv zusammen!  


Nachdem wir den Tunnel zur Kaserne durchquert hatten, da stand man quasi in einer anderen Welt. Hier war alles gemauert, lichte Höhen in den Räumen und Flure und viel Tageslicht!
In den Räumen gab es ungewöhnliche Konstruktionen, sogar eine Art Fachwerk fanden wir in einem Raum.


(Tolles Bild von Alex, man sieht die roten Streifen die betonierte Bereiche kennzeichnen.)  


(Fachwerk im Inneren der Kaserne.)  


(Der Innenhof der Anlage, wie ein verwunschenes Schloß beinahe.)  


Besonders beeindruckend ist der wie verwunschen wirkende Innenhof mit dem Grün, das sich die Wände langsam erobert und dem hohen zentralen Raum, vom dem aus die Flure der Kaserne ausgehen. Hatte was von einer Kirche.


(Reste der Küche, großer Abzug über den Öfen.)  


(Waschraum mit Handwaschbecken. Oder Pissoir??)  


(Wie eine Kathedrale beinahe - hohe Räume mit Bögen!)  


Sonst war hier leider alles recht leer, in der Küche etwa war nur noch der Abzug über dem fehlenden Ofen/Herd vorhanden. Von den Waschräumen waren nur noch die großen Tröge übrig, die aber sehenswert waren. Um die weiteren Räume zu erkunden sind wir links entlang in die vordere Kaserne gewandert, dort gab es auch eine Treppe nach unten. Hier war der Bau wieder betoniert (erkennbar an den roten Streifen an den Wänden). Am Ende hier fanden wir dann eine nachträglich einbetonierte Schikane und die Rollbrücke, die leider nicht erhalten ist. Der ehemalige Weg nach draußen ist hier zugemauert. Leider sieht das so eher traurig aus. An einer Stelle fanden wir eine zerstörte Leiter nach oben, dort ist dann Tobi hoch aber weit kam man dort nicht. Stattdessen sind wir dann in einen seitlichen Gang gegangen, der wieder zu den Travaux17 Tunneln gehört, aber nicht so gut erhalten ist. Am Ende geht es zu einer Kuppel – davor allerdings ist ein sehr tiefer Schacht – ob der mit dem Rest in Verbindung stand, war aber nicht klar. Jedenfalls Vorsicht hier!


(Robert macht ordentlich Licht.)


(Abstieg zur unteren Etage, hier verschüttet. Nachträglich betonierter Bereich.)  


(Zugbrücke seitlich weggerollt - vorne ist der vermauerte alte Haupteingang.)  


(Total gefährlich - vor der Beobachterkuppel ein extrem tiefer Schacht! )  


Da wir hier soweit alles gesehen hatten, sind wir dann zurück zu den Kasernen gegangen, fanden noch die Arrestzelle in einem kleinen Kellerraum und durch den Innenhof sind wir nach vorne zum alten Eingang. Dort steht man dann vor den aufgesprengten Löchern, die aber steil nach unten ohne Seil nicht zu erklettern sind. Wir sind dann nachdem wir unser Gruppenfoto gemacht haben in den Raum (von außen gesehen) links neben dem Eingang gegangen, fanden dort noch eine Zisterne mit einer Art Brunneinfassung. Und: Es gab hier Schiesscharten, von denen eine in guter Höhe nach außen führte. Diese nutzten wir dann mit viel Kletterei um nach außen zu gelangen. Draußen waren schönerweise Steine aufgestapelt, wären wir also in den Graben LINKSHERUM gegangen, dann wären wir nach 3 Minuten im Fort gewesen, statt 40 Minuten zu verbrennen und drei Eingänge auszutesten… aber hinterher ist man immer schlauer!


(Aufgesprengter Bereich vorne. Dahinter steiler Abhang!.)  


(Vorbereitung zum Gruppenbild der Tour.)  


(Beschriftung der Scharten nach aussen.)  


(Toller Zisternenbrunnen.)  


Wir sind nach und nach hier raus, und dann an der eingestürzten Brücke zurück zu der Stelle, wo wir in den Graben rein sind. Hier dann wieder am Stacheldraht vorbei zurück zum Feldweg, über die Trimmdichpfade zurück Richtung Autos und dann schnell die Straße zurück am Rand zum Parkplatz. Ein Riesenabenteuer das Ganze! Definitiv nicht ungefährlich, aber spektakulär anzusehen.


(Zisterne von innen)  


(Toll erhalten: Handlüftermechanik (vermutlich))


(Der wohl beste Ein und Ausgang - wenn wir das gewusst hätten...)  


(Stahlträgher unter der Brücke mit Beschussspuren...)  


An den Autos haben wir uns dann eben erfrischt und uns dazu entschlossen, dem Tunnel Tavannes noch eine Chance zu geben. Der sollte zeitlich noch drin sein, ohne das wir massiv zu spät loskommen würden. Also sind wir zum gleichen Parkplatz wie am Vortag gefahren, von dem aus wir zur Batterie Hopital aufbrachen. Dort haben wir dann noch einige Rest verputzt und entsprechend gestärkt ging es gegenüber der Straße ab in den Wald. Hier gehen zwei Wege ab – der zuerst von uns genutzte rechte Weg ist leider falsch und führt vom Tunnel weg… also zurück und in den linken Weg rein. Ein paar sind querfeldeingegangen, was auch ging, aufgrund des Matsches hatte aber nicht jeder von uns Lust dazu…


Tavannes Tunnel

Folgende Infos stammen überwiegend wieder von festungsbauten.de – „der Tunnel von Tavannes entstand 1870 vor dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und sollte die Eisenbahnlinie von Chalons über Verdun nach Metz verlängern. Im 1. Weltkrieg wurde der Tunnel sofort militärisch genutzt, weil er ein zuverlässiger Schutzbau für Reserven und Munitionsnachschub zwischen Souville und Vaux darstellte. Für die Soldaten errichtete man dreistöckige Betten aus Holz und zog zusätzliche Holzdecken ein. Ab Beginn der Verdun-Offensive wurde auch der Tunnel Ziel der deutschen Artillerie. Auf dem Höhepunkt der Kämpfe befanden sich die deutschen Angreifer nur noch wenige Kilometer vom östlichen Tunneleingang entfernt. Die Zustände im Tunnel wurden dadurch immer chaotischer, da der Tunnel von Truppen überfüllt war und unerträgliche Hitze und Gestank herrschte. Verwundete konnten nicht versorgt und Leichen abtransportiert werden, da die deutsche Artillerie die Ausgänge einsehen und beschiessen konnte. Das Inferno steigerte sich noch vom 4. zum 5. September, als ein Handgranatenlager detonierte und ein Treibstofflager in Brand setzte. Das Feuer verursachte Panik und Tod. Die Überlebenden, die aus dem Tunnel flüchteten wurden vom deutschen Artilleriefeuer erfasst. Über 600 Tote wurden in den folgenden Tagen aus dem Tunnel geborgen.“.
 


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Was die Sache noch mal interessanter macht, ist, das angeblich zwischen dem Fort Tavannes und dem Tunnel ein Verbindungsstollen existierte. „Zeitgenössische Unterlagen und Skizzen lassen darauf schließen. Allerdings ist dieser Stollen bisher noch nicht gefunden worden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde eine weitere Tunnelröhre neben der alten gebaut.“

 
Soweit dazu – wir sind also durch den Wald auf wem Weg Richtung Tunnel gewandert. Ca 100m Luftline vor dem Tunnel muss man links auf einen Mountainbikepfad wechseln, sonst landet man genau oberhalb der Röhre und hat 40m senkrechte Wand unter sich. Das ist also nicht so schön!


 
(Die dezent matschigen "Trimmdichpfade" Richtung Tunnel.)


(Kaserne - wer die Inschrift nicht sieht...)  


(Die steile Kante oberhalb de sTunnelportals.

Über den Mountainbikepfad kommt man aber oberhalb der alten Röhre raus, folgt dort dem sehr breiten Feldweg bis man auf einer Ebene mit der Bahnlinie ist, geht dort den Trampelpfad nach rechts ab und steht 300m weg von der Doppelröhre, aber genau da, wo man hinwill.


Auf dem Weg zur rechten Röhre (der inaktiven) haben wir ein paar wilde Erdbeeren und Himbeeren pflücken können. Sehr schmackhaft! An der Röhre angekommen machten wir unsere Lampen an und Sergey sammelte die Drohne ein – ich bin auf seine Aufnahmen extrem gespannt! Der Tunnel ist geschottert und lässt sich gut erlaufen. Immer wieder sind beide Röhren miteinander verbunden, also Vorsicht. Man sollte tunlichst vermeiden, in die aktive Röhre zu wechseln. Man findet beim Durchlaufen des Tunnels immer wieder Einbuchtungen, die damals als Lagerstätten etc. genutzt wurden. Manche davon lassen sich noch gut erkennen, andere dagegen sind inzwischen vermauert. In einer scheint ein Wasserbecken eingebaut zu sein.


(Hier wollten wir auf jeden Fall noch hin - Tunnel Tavannes.


(Tunnelportal, rechts alte Röhre, links die aktive.


(Der Tunneleingang von innen! 

Grob auf der Hälfte des Wegs durch den 1400m langen Tunnel findet man in der Decke den Zugang zu zwei Sprengkammern. Oben sind noch Steigeisen, ohne eine 6m lange Leiter kommt man da aber nicht dran. Da die Räume leer sind, haben wir das mal zur Kenntnis genommen und ignoriert.


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(KLeine Nishcen im Tunnel

 

 


(Große Nischen im Tunnel.


(Tiefer im Tunnel....)

 

Nach ca. Zweidritteln des Wegs findet man rechts an der Wand eine Einbuchtung und eine aufgepickelte Stelle im Tunnel. Dahinter verbarg sich ein Zugang zu einem kleinen Teil des Travaux 17 Systems. Sollte das der Tunnel zum Fort sein?


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(Durchgang zur aktiven Röhre, links dahinter ein Wassertank.)  


(ZUgang in der Decke zu den Sprengkammern über dem Tunnel!)  


(Betonstreben um den Tunnel mehr zu stabilisieren)  

Leider nicht. Tobi traute sich rein und erforschte das kleine Tunnelsystem. Es endet aber nach 2-300m und einer kleinen Anhöhe. Auf einer später entdeckten Karte sieht man, das der projektierte Tunnel zum Fort ca. 100m vorher gewesen sein soll. Der wurde aber nie fertig. Dieser kleinere Tunnel dagegen ist auf den Plänen auch als nicht durchgehend eingezeichnet. Die Funktion ist nicht ganz klar – eventuell sollte dies ein Notausgang werden oder eine Verbindung zu einer Feldstellung werden?


Kurz nach der Stelle findet man die Betonstreben, mit denn der Tunnel später Richtung Norden verstärkt wurde. Das sah richtig spektakulär aus!


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(Man kann hier rein - wenn man will...)  


(Huch! Ein Loch in der Wand!)  


(Reste des Travaux 17 Tunnels.)  

Wir sind dann strammen Schritts Richtung Nord/Ost Ende gegangen, meine Lampe wurde dabei immer schwächer. Da wir nur leichtes Gepäck mitgenommen hatten, musste ich auf die funzeligste Stufe runterschalten, um noch Licht bis zum Ende zu haben. Nach einer sehr guten halben Stunde hatten wir den Tunnel dann ganz erlaufen. Am Nord/Ost Portal gibt es noch rechts eine kleine Eingangssicherung mit mehreren Scharten. Leider vermüllt, aber dennoch sehenswertes kleines Detail!


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(Der Tunnel kurz vor dem anderen Ende.)  


(Das Innere der Eingangsbefestigung.)  


(Das nordöstlich Tunnelportal, rechts der Abhang ist nicht soooo steil.)  

 
Nachdem wir den Tunnel komplett gesehen hatten, sind wir dann schnell über die aktive Linie rüber und an der Seite den Hang hoch, um von dort aus zu den Autos zurückzuwandern. Das Wetter spielte einigermaßen mit, die Wege waren aber sehr matschig. Dank unserer Handys war aber die Navigation einfach. Nach knapp zwanzig Minuten stießen wir dann noch auf eine unschöne Überraschung, die ganz schlecht hätte ausgehen können. Mit dem Fuß stieß Tobi auf dem Weg gegen einen „Stein“, der sich aus dem Weg löste. Nach kurzer Inansichtnahme stellte sich der als Zünder einer 75mm Granate heraus, der noch ziemlich scharf aussah. So schnell es ging an den Wegrand gelegt, Beine in die Hand und weg von dem teil! Das ist leider Verdun – hier liegt wirklich noch einiges an scharfer Munition einfach so rum und wird vom Regen aus dem Boden gewaschen…



(Zeitzünder einer französischen 75mm Granate. Das hätte ins Auge gehen können!)  


(So sah es Sonntags überall aus im Wald: Lecker Schlamm.)  


(Die letzten Meter zu den Autos zurück..)  

 

Nach fünf weiteren Minuten waren wir dann an den Autos angelangt. Wie immer wurde es Zeit sich zu verabschieden – es gab aber noch ein tolles Goodie am Ende! Sergey machte ein Gruppenfoto mit der Drohne und Alex druckte mit einem Instantdrucker ein Sofortbild für uns alle aus. Super geniale Sache! Ich hatte extra für die Tour das Bild vom letzten Jahr dabei – eine wunderschöne Geste und ein tolles Erinnerungsstück!
Wir lagen uns ein letztes Mal in den Armen, wässerten unsere Kehlen, nahmen noch ein paar letzte Minisalamis ein und dann… ging es auf die Rückfahrt.

Die ging sehr stressfrei bei uns ab, abgesehen von einer Pause zum Tanken in Luxemburg wo es nicht nur billiges Wasser, sondern billigen Diesel gab, sahen wir auf der Rückfahrt den Dino wieder, fuhren Hunderte Kilometer und der eine oder andere machte hinter und neben mir ein Nickerchen. Wer wach war unterhielt sich über alles Mögliche – insgesamt eine entspannte Rückfahrt. Zuerst setzten wir dann Marc am vereinbarten Treffpunkt ab und sogar ein paar Minuten zu früh, Robert brachte dann Tobi nach Hause, so das ich beide bei Robert rauslassen konnte.

Und so war ich tatsächlich 8 Minuten VOR dem geplanten Ende der Tour nach 948 gefahrenen Kilometern am Sonntagabend zuhause, begrüßte die noch wachen Teile der Familie, räumte schleunigst das Auto aus (am nächsten Morgen musste ich ja arbeiten!), duschte noch kurz und haute mich dann auch ins Bett.




(Der Dino auf dem Rückweg im Vorgarten - immer witzig zu sehen!)  


Wir lagen kostentechnisch bei rund 138€, was für die ganzen Eintritte und Co recht respektabel ist. Es half natürlich ungemein, das vier Leute im kleinen Turbodiesel weniger Sprit brauchten, als die Übernachtungskosten pro Person.

Insgesamt eine tolle Tour, die Lust machte, nochmal nach Verdun zu fahren. Aber das muss ja nicht unbedingt 2026 schon sein…


 

Letzte Aktualisierung am 21.08.2025