Tag 1 –
Anfahrt, Ouvrage Froideterre, Bajonettgraben, Ossuaire, Fort
Douaumont, Ouvrage Thiaumont, Abri 119/FT2
Zum
Hintergrund der Schlacht von Verdun kann man viel bei meinen
Berichten von 2005 und 2006 nachlesen, das wiederhole ich hier
nicht. Ebenfalls nicht die Details zur Ouvrage Froideterre. WAS
ich aber beschreiben möchte, ist, dass wir dieses Mal wirklich
jeden Winkel der Anlage uns angeschaut haben. Und da gab es dann
beim vierten Besuch für mich doch noch Neues zu entdecken.
Größere Kartenansicht
Ouvrage Froideterre
Aber
beginnen wir beim ersten Teil – wir sind genau da rein, wo ich
beim ersten Besuch auch rein bin. In den Geschützturm in der
Mitte der Anlage – wie auch zuvor ein mit Kette versehenes
Gitter, aber nach wie vor ist das Gitter hier aufgesägt und hält
damit niemanden auf. Im Inneren war es wie gewohnt recht dunkel
und feucht – und die Treppe zur oberen Etage, die 2005 noch
teilweise vorhanden war, fehlt nun komplett. Alle Stufen sind in
den zwanzig Jahren verschwunden. Krass!
Wir haben
uns zunächst den unteren Teil angeschaut mit den Nischen, als
draußen ein Reisebus vorfuhr. Ein Stapel Kinder stieg aus,
erkundete die Anlage von außen während wir relativ leise blieben
und so nicht entdeckt wurden. Leise wie die Mäuschen (oder doch
eher Beutelratten?) sind wir dann der Reihe nach die defekte
Treppe via dem Geländer hochgeklettert und so habe ich nach nur
zwanzig Jahren dann auch den oberen Teil der Geschützkuppel
gesehen. So spektakulär war das nicht, man musste auch extrem
aufpassen nicht auf die verrosteten Gitter zu treten und auf den
Stahlträgern zu bleiben aber: Endlich gesehen!

(Auf
dem Weg in den Turm)

(Die Kuppel Geschützturms - endlich
aus der Nähe mal!)

(Wenn die wüssten, das wir hier drin
wären...)
Nachdem der Bus weg war, sind wir aus dem Turm
raus und zur Anlage rüber, aber erst oben über das „Dach“
gegangen um die Kuppeln mit den Einschlägen zu sehen. Das war
wie schon früher sehenswert, sah man hier doch Abspaltungen,
Abschmelzungen und diverse kleinere Einschläge und Spuren der
heftigen Kämpfe um Froideterre. Leider ist die Infotafel nicht
mehr lesbar, aber das machte nicht wirklich was aus. Vom Dach
dann heruntergestiegen sind wir durch den auch nah zwanzig
Jahren offen stehenden rechten Eingang in die Anlage
hereingegangen. Durch ihre ebenerdige Struktur ist diese nach
wie vor sehr einfach zu erkunden. Die Sanitäranlagen wurden
betrachtet, der noch vorhandene Ventilator zur Belüftung, daran
anschließend die Mannschaftsräume.

(Der Doppel MG Turm.)

(Auf dem Weg über das Dach der Anlage,
im Hintergrund die Observationskuppel.)

(Ventilator im Inneren. Unverändert zu
vor zwanzig Jahren.)
Nach zwanzig Jahren war das Lüftungsblech, vor das ich mal
gelaufen bin, nicht mehr da – das hat wohl einen neuen
Eigentümer gefunden. Apropos gefunden – wir fanden bei diesem
Besuch etwas Neues heraus! Neben dem einen Zugang in die untere
Ebene, die leider mit Fledermausgittern fest verschlossen ist,
fanden wir mehrere weitere „Falltüren“ über die prinzipiell auch
ein Zugang nach unten möglich gewesen sein muss. Leider waren
diese alle fest verschweisst, aber durch kleine Löcher und
Spalten sahen wir die Eisen in den Wänden, mit denen man nach
unten geklettert wäre.

(Verschlossener Zugang
zur unteren Etage der Anlage)

(Mannschaftraum
der Anlage.)

(Eine der
Bodenluken nach unten - leider nicht zu öffnen.)
Weiter ging es dann zum MG-Turm, der aber leider nun in einem
Zustand ist, das ein Aufstieg sich verbietet. Der bröselt ganz
erheblich nun, also nur schnell Bilder gemacht und weiter zum MG
Beobachter. Genau hier war damals die Lampe ausgefallen und das
stellten wir kurz nach. In der Erinnerung war das viel wilder,
aber so ist unser Gehirn nun mal ausgerichtet.

(Der MG Turm von
unten - leider bröselig)

(Igitt - ne dicke
Spinne! Am Aufstieg des MG Turms.)
(Sonne tanken auf
dem Weg zur Geschützkasematte und zweitem Turm.)
Nachdem wir so also alles sehenswert im
Hauptgebäude gesehen hatten, gingen wir rüber zu den beiden
anderen Teilen der Ouvrage, die heute nicht mehr miteinander
verbunden sind. Zunächst ging es über die zerstörten Dächer
rüber zum links von der Mitte gelegenen Teil, dort kletterten
wir durch den Eingang in die kleine Anlage. Dieser einfahrbare
MG Turm war innen relativ gut erhalten, da sich eine
Fledermauskolonie im Turm angesiedelt hat, sind wir in den aber
nicht oben geklettert sondern haben nur unten die drei Gänge
erkundet, Bilder gemacht, und sind wieder der Reihe nach an die
Oberfläche gestiegen.

(Zerstörungen aussen an der Anlage - man beachte die
tiefen Trichter!)

(Alte Kuppel innen in der Kasematte.)

(Gut erhaltene Gänge innen, am ENde eine abgefallene
Tür.)
Der letzte Bunkerteil war eine
Artilleriekasematte mit nordwestlicher Ausrichtung, auch hier
waren wir dank sperrangelweit offener Tür flott drin. Dieser
Teil war größer als in meiner Erinnerung, auch hier wohnte eine
grosse Fledermauskolonie die wir nicht störten. Während die
beiden Kasematten komplett leer sich darstellten, sind wir dann
noch rechts zu einer Treppe gegangen, wo man in die untere Etage
kommt. Hier lagerten wohl Munition und eventuell waren auch
Aufenthaltsräume dabei, jedenfalls gab es Sitzbänke aus Holz,
die erstaunlich gut erhalten waren. Da es dann wirklich nichts
weiteres zu sehen gab, sind wir zurück zu den Autos und haben
uns ausgiebig rehydriert.

(Der Eingang zur Kasematte.)

(In der Kasematte, hinten die Scharte.)

(Die vergammelten Überreste der Bänke rechts im
Untergeschoss!)
Weiter ging es dann rüber zum Beinhaus, unsere
Mitfahrer sollten binnen einer guten halben Stunde da sein. Das
würde uns eben Zeit geben, rüber zum Bajonettgraben zu gehen und
unterwegs vielleicht ein oder zwei kleine Bunker im Wald zu
erspähen. Also flugs das Auto dorthin bewegt und einen Parkplatz
beim Eingang gesucht.
Bajonettgraben
Mit etwas Wasser bewaffnet sind wir dann den
erstaunlich gut mittlerweile ausgebauten Weg zum Bajonettgraben
gegangen. An diesem sollten diverse Bunker zu sehen sein, aber
leider fanden wir auf dem Weg dorthin nur ein paar klägliche
Mauerreste aus Beton, die möglicherweise mal Munitionsnischen
oder ähnliches gewesen sein könnten, aber nunmehr kaum zu
identifizieren waren. Die Temperaturen stiegen weiter und dank
der schattigen Bäume war es noch halbwegs erträglich den Weg zu
diesem Punkt zu nehmen. AM Bajonettgraben angekommen stellten
wir aber schnell fest, das dies eines der Dinge bei Verdun ist,
die man nicht unbedingt gesehen haben muss.
Größere Kartenansicht

(Ansicht des Beinhaus von der
Rückseite aus.)

(Auf dem Weg zum Bajonettgraben sieht
man viele Gräben, aber angeblich sollen hier auch Bunker sein?
Nichts zu finden.)
Zum Hintergrund:
Heutzutage ein Denkmal, das 1922 eingeweiht wurde, war der
Graben Teil des Grabensystems um Verdun. Dort war das
französische 137. Infanterieregiment stationiert, um die
Defensive zu stärken. Die Position wurde zwischen dem 10. und
12. Juli von deutschen Soldaten mit Unterstützung der Artillerie
eingenommen, wobei das Regiment 37 Offiziere, 133 Unteroffiziere
und 1.387 einfache Soldaten verlor.
Nach Ende des 1. Weltkriegs, im Dezember 1918 fand der Priester
Louis Ratier (der im Jahr 1916 Mitglied des Regiments war) einen
Graben, in dem mehrere Bajonette aus dem Boden ragten, was er
sofort den Behörden meldete. Die Behörden vermuteten, dass diese
Waffen Soldaten gehörten, die von einer Granate getroffen worden
waren. Wenig später entdeckte eine Untersuchungskommission die
sterblichen Überreste von 21 Soldaten, davon 14
identifizierbare, die im Beinhaus von Douaumont beigesetzt
wurden. Die nicht Identifizierbaren wurden wieder am selben Ort
begraben.
.

(An der Anlage angekommen.)

(Die kleinen Reste der Bajonette.
Leider fast nichts mehr zu sehen.)
Beeindruckt davon, spendete der amerikanische
Bankier George T. Rand Geld zur Errichtung eines Monuments, was
1922 fertiggestellt wurde. Heute ist das Monument nach
Restaurationsarbeiten in einem guten Zustand – leider sind die
Bajonette inzwischen fast komplett verschwunden. Nur noch
kleinste Reste von ihnen ragen aus dem Boden. Zu sehen gibt es
hier daher eher sehr wenig. Und die Geschichte hinter dem
Bajonettgraben wird von der Forschung seit langem auch kritisch
betrachtet. Es ist eher so, das der Leutnant Louis Polimann hier
mit seinem Regiment kapituliert und die Waffen niedergelegt hat.
Die Bajonette hätten sie als Hommage neben ihre gefallenen
Kameraden gelegt. Der Graben ist wahrscheinlich von deutschen
Soldaten verschüttet worden, da sie nach dem Angriff die Leichen
begraben mussten, und da der Abschnitt für sie keinen Nutzen
hatte (die Frontlinie verlief wesentlich weiter vorne).

(Mehr als das ist nicht mehr zu sehen
leider.)
Soweit also der Hintergrund laut Wikipedia und
da wir einmal um den Graben herum gingen, war das auch recht
schnell komplett gesehen. Ich ärgerte mich jedenfalls nicht
mehr, dies vor zwanzig Jahren nicht gesehen zu haben. Wir gingen
also zurück zum Beinhaus wo gerade unsere Freunde aus Leipzig
und Berlin eintrafen.
Ossuaire - Beinhaus Verdun
Größere Kartenansicht
Das Hallo war groß, die Freude zum Wiedersehen noch größer und
nach einer kleinen biologischen Zwangspause (und hinter einer
unfassbar großen älteren Reisegruppe) ging es in die kühle Halle
des Beinhauses.

(Eins meiner Lieblingsbilder der Tour
2025 - der imposante Turmaufgang!)
Dort angekommen stand dann im Vergleich zu vor zwanzig Jahren
das volle Programm an – im Keller befindet sich ein kleines Kino
in dem ein recht beeindruckender Film in mehreren Sprachen
angeboten wird. Da nicht alle aus der Gruppe die Schlacht
kennen, ein guter Einstieg in die Geschichte des Beinhauses und
des restlichen Wochenendes. Ich zahlte also für alle den
Eintritt, wir schauten den Film uns an, ließen danach eine
unendlich lang erscheinende Reisegruppe fortgeschrittenen Alters
aus dem engen Treppenhaus des Turms bzw. Aufstiegs zur Kapelle
hinaus und gingen dann die recht engen Stufen hoch. Man endet
dann in der Haupthalle des Beinhauses, oberhalb der Krypten in
denen die Hunderttausende Gebeine der Gefallenen aller Seiten
noch heute ruhen.

(Blick von oben auf das kleine
Turmmuseum.)
Von hier aus sind wir dann recht schnell in den Turm
aufgestiegen, etwas, was ich bisher noch nicht gemacht hatte.
Der Turm innen ist jedenfalls schon sehenswert. Massive
Betontreppen führen nach oben, die Oberflächen sind mit einem
extrem rauen Putz versehen, der Schall schluckt und dem Ganzen
eine bedrückende Atmosphäre verleiht.
Ungefähr in der Mitte des Aufstiegs zum Turm ist eine kleine
Plattform, wo man sich ein paar Ausstellungsstücke ansehen kann.
Besonders beeindruckend ist eine große (38cm?) Granate, die mir
ein wenig bekannt vorkam. Jedenfalls haben wir eine kurze Pause
eingelegt und dann nach ein paar Bildern den Weg nach oben
fortgesetzt. Oben angekommen bietet sich einem ein großartiges
Panorama über die zerfurchte und geschundene Landschaft. Auch
wenn nach 110 Jahren die Natur sehr viel verdeckt – von oben auf
das riesige Gräberfeld zu sehen, ist eine besondere Erfahrung.
Von hier oben konnte man bis zu einigen Punkten schauen, die wir
noch auf unserer Besuchsliste stehen hatten – Tavannes,
Douaumont etc.

(Bedrückend: die rechte Seite des
Gräberfelds von oben.)

(Aussicht Richtung Thiaumont und
Froideterre.)

(Die linke Hälfte der 16.000
EInzelgräber.)
Wir nahmen uns hier ein wenig Zeit, das Ganze auf uns wirken zu
lassen, machten Bilder und beschlossen dann, in die Haupthalle
wieder abzusteigen. Abwärts ging es deutlich flotter und ohne
Pausen!
Unten in der großen Halle angekommen sind wir diese einmal
komplett entlang gegangen. Viele der Steine des Gebäudes sind
innen mit Namen zur Erinnerung an die Opfer der Schlacht
versehen. An beiden Enden der Halle waren viele Kerzen zur
Erinnerung an die Opfer entzündet – recht still und beeindruckt
sind wir an den Abdeckungen der Krypten entlang gegangen. Immer
noch werden hier Opfer der Schlacht bestattet, die man nicht
zuordnen kann.
Nach einigen Minuten verliessen wir dann das Beinhaus und sind
um das Gebäude herum gegangen. Ziel waren die Luken, durch die
man in die Krypten selber schauen kann. Diese befinden sich an
der Stirnseite und Rückseite des Gebäudes – wer also nicht das
Innere sehen möchte oder den Turm besteigen will, dem könnte es
ausreichen, das Gebäude von aussen zu besuchen. Aber: Nach
zwanzig Jahren wollte ich wirklich alles gesehen haben, das
hatten wir damit geschafft.

(Ernüchternd zu sehen, wie unfassbar
viele Gebeine hier unter dem Gebäude liegen.)

(Eine der vielen, vielen Krypten die
man sehen kann!)

(Gestapelte Gebeine in den Krypten.)
Fort Douaumont
Nächstes Ziel von uns war Fort Doaumont. Der Weg dahin ist
extrem kurz, die Sonne stand aber steil auf uns und es war
extrem warm geworden. Schatten war auf dem Parkplatz vor dem
Fort nicht zu finden, also kurz Wasser getrunken und los ging es
zum Eingang. Anders als in meiner Erinnerung parkt man nicht
mehr direkt vor dem Fort sondern geht durch den alten
Kriegseingang, der dann über eine Treppe nach oben zum richtigen
Eingang des Forts führt. Eine sirrende Drohne von Sergei
begleitete uns, auf die Aufnahmen von oben bin ich extrem
gespannt!
Größere Kartenansicht

(Im Fort - alter Ofen.)

(Nach zwanzig Jahren erneut
fotographiert - Gasgranaten.)

(Die untere Mechanik des Galopinturms.)
Im Fort angekommen besorgte ich für uns die bekannten
Kombitickets, mit denen man hier, in Fort Vaux und dem Museum
Fleury Eintritt bekommt. Selbst bei nur zwei der drei Museen
lohnt sich das schon! Da wir genügend Leute mit Fachkenntnis
über das Fort hatten, sind wir ohne geführte tour aber mit
passenden Lampen losgegangen. Und ich muss schon sagen – der
Unterschied nach zwanzig Jahren ist riesig. Viel mehr Licht im
Fort, die Orientierung fiel leichter und da der Panzerturm
zugänglich war, haben wir deutlich mehr erkunden können, als
damals.
Wir sind jedenfalls durch die Mannschaftsräume zum großen Turm
gegangen, haben uns den intensiv angesehen, von dort ging es
dann zurück in die Kaserne – die untere Etage wurde begutachtet
und was mir bisher nie auffiel, war der unfassbar tiefe Schacht
zur Zisterne runter. Da kriegte ich feuchte Hände, da möchte man
wirklich nicht reinfallen. Hier aber war das alles sicher
abgesperrt, kein Problem also. Die Feuchtigkeit in der Anlage
lässt nun sogar Moos an der Decke wachsen, das sich durch das
Licht gut entfalten kann. Spektakulärer Anblick!

(Eins der Geschütze aus dem Turm.)

(Die Natur findet immer einen Weg...
Moos an der Decke des Forts, 20m unter der Erde.)

(Die feuchten Gänge unter dem Fort -
noch gemauert, kein Beton hier.)
Was heute eine gute Handykamera hinbekommt im Vergleich zu
meiner antiken Digitalknipse von damals ist auch unfassbar. Es
gelangen Langzeitaufnahmen im Dunkeln, Bilder der Stalaktiten in
den Räumen, die Sanitäranlagen im Funzellicht… alleine deswegen
war der Besuch es wert.

(Einer Mannschaftsräume mit
Versinterungen.)

(Der unfassbar tiefe Schacht zur
Zisterne runter.)

(Waschraum mit wunderschönen
Versinterungen!)
Ansonsten aber insgesamt der gleiche Eindruck wie vor zwanzig
Jahren. Betroffenheit an dem Grab der Soldaten die nach der
großen Explosion vor Ort eingemauert wurden und so gesehen ein
wirklich spannender Besuch der Anlage. Kann ich weiterhin nur
jedem Verdun Besucher empfehlen!

(Der kleine Altar vor dem vermauerten
Grab der Deutschen in der Anlage.)

(Wunderschön aufbereiteter
Schlafsaal.)

(Schikane im Hauptgang.)
Am Ende sind wir dann wieder nach oben gekommen, haben den
netten Damen vom Empfang (die hervorragend Deutsch auch konnten,
Hut ab dafür das ich nicht die ganze Zeit Französisch sprechen
brauchte!) Auf Wiedersehen gewünscht und sind dann mit der
ganzen Gruppe oben über die Anlage gegangen. Die Kuppeln neben
den tiefen Kratern waren im Abendlicht und bei langsam sinkenden
Temperaturen gut zu erklettern, wir machten viele Bilder und
sind dann zu den Autos gewandert.

(Die zerstörte Oberfläche des Forts.)

(Auswirkungen einer Sprengung am
Doppel MG Turm!)

(Einschläge auf dem Turm.)
Die wiederum waren von der Sonne leider gar gekocht, also gut
gelüftet und weil die Zeit voran schritt, sind wir „nur“ noch
zur ehemaligen Ouvrage Thiaumont gefahren. Dort über die nicht
mehr kurz geschnittene Fläche hin, das war deutlich anders als
früher, als hier alles kurzer Rasen war. Jetzt war hier Dickicht
und ein Feuchtbiotop – nun, die Ouvrage ist leider eh nicht von
innen zu sehen, aber von Außen haben wir ein paar gute Bilder
machen können, unter anderem einen Vergleich 1918-2025 mit Stas!
Ouvrage Thiaumont und FT2/PC119
Wir parkten am Ende des Beinhausparkplatz und der größte
Unterschied zu früher ist, das das Gelände nicht mehr kurzgemäht
ist. Früher sah man hier die unfassbare Trichterlandschaft,
jetzt hingegen erobert sich die Natur das Gelände zurück und man
sieht kaum noch Trichter unter dem Bewuchs. Ich mag ja an sich
Umweltschutz und Biotope, aber das hier war ein kleiner Streifen
wo man zurecht visualisiert bekam, was hier passiert ist. Das
hätte man nicht unbedingt ändern müssen. Aber so ist es eben.
Also ab durch die Botanik zu den wenigen Betonresten der Ouvrage
und dort ein paar schöne Bilder gemacht. Besonders klasse war
es, dass ich mit Stas ein Bild von 1918 1:1 Quasi nachstellen
konnte!
Größere Kartenansicht
Die Ouvrage B de Thiaumont war ein Befestigungswerk vom Typ
Ouvrage d’infanterie. Es war eine nur kleine Anlage, die zur
Deckung des Zwischenraums zwischen dem Fort de Douaumont und der
erheblich größeren Ouvrage de Froideterre bestimmt war. Zur
Ouvrage gehörten einige Artilleriestellungen und
Infanterie-Schutzräume. Durch den ständigen Artilleriebeschuss
von deutscher und französischer Seite (auch mit schweren und
schwersten Kalibern) wurde das Bauwerk völlig zerstört.
Da man nichts betreten konnte und noch Zeit war, sind wir zu dem
kleinen Abri weitergegangen, der nur gute 200m weiter liegt. Den
hatte ich damals fotografiert, aber nicht betreten, das holten
wir also nach. Durch das Gewirr der Bewehrungsstangen sind wir
in den kleinen Abri rein, der nur dürftigen Schutz auf dem
Schlachtfeld geboten hatte, war doch die eine Seite vorne
komplett aufgesprengt. Eine irre Zerstörung, aber immer noch ein
bisschen mehr Schutz als es die karge Trichterlandschaft damals
den Soldaten bot. Der Abri vom Typ 1898 war schon in armierter
Betonbauweise ausgeführt, wer sich vorsichtig bewegt, kann den
gut von innen erforschen. Aber Achtung – manche Betonbrocken
hängen nur von rostigem Eisen gehalten von der Decke und Wand
herab…

(Die Reste von Thiaumont!)

(Stas in der gleichen Position wie ein
Soldat 1919 nach dem Krieg.)
Es waren dank der nun sinkenden Temperaturen viele Jogger unterwegs, denen
wir aus dem Weg gingen. Am kleinen Abri angekommen, ignorierten
wir das Warnschild und sind an den extrem verbogenen
Stahlstangen der Betonbewehrung vorbei ins Innere gelangt. Das
ist mit nur zwei Räumen und einer kleinen Verbindung vorne, die
komplett aufgesprengt sind, nicht so groß, nichtsdestotrotz
spektakulär zu sehen. Schon vor zwanzig Jahren fiel mir ohne
Betreten dieses Abris auf, wie wenig Deckung diese den Soldaten
in ihrem Zustand gegeben haben. Was aber immer noch besser als
nichts oder eben nur vollgelaufene Granattrichter gewesen sein
muss. Völlig unvorstellbar.

(Wirrer Drahtverhau durch die
Zerstörung des Betons!)

(Verwüstete Aussenseite des Abri!)

(Inneres des Abri!)
Nach einigen Bildern sind wir dann auf den Hauptweg gegangen und
von da aus flott zu den Autos. Wir machten dann noch ein paar
Aufnahmen vom Beinhaus und dem Gräberfeld davor bis wir dann
erledigt uns auf dem Weg machten weiter.

(Schwebender Betonklotz über meinem
Bein...)

(Gräberfeld in der sinkenden Sonne.)

(Wagenkolonne am Beinhaus und
Gräberfeld.)
Und nach nur zehn Minuten waren wir am Hotel, was wir kurz nach
20 Uhr erreichten. Das das eine hervorragende Idee war, merkten
wir, als um 20:30 die Rezeption auch schloss, während wir gerade
uns auf die frisch geöffneten, leidlich guten Zimmer verteilten.
Nach erfrischender Dusche und Rückmeldung zuhause trafen wir uns
dann vorm Hotel, marschierten die 6-700m zum lokalen Mäkkes,
orderten eine Vielzahl an Burgern (Wichtige Tradition!) und nach
gutem Mampf ging es wieder zurück zum Hotel. Der Mäkkes war
überraschenderweise nicht sehr voll, das ging flott und so
konnten wir um 21:30 das erste Hansa der Tour eröffnen. Was so
gut mundete, dass bis weit nach Mitternacht ein nicht ganz
unwesentlicher Teil der gesamten Vorräte quasi verdampfte. Wir
hatten endlich Gelegenheit uns gegenseitig abzuholen, was die
Entwicklungen seit letztem Jahr betrafen, Dönekes wurden erzählt
und das eine oder andere Bild gezeigt (und Pläne fürs kommende
Jahr schon geschmiedet!).

(Eine dreidimensionale Hansapyramide!)
Ich zog mich gerade noch rechtzeitig zurück und haute mich ins
Bett, der Rest dagegen kontrollierte noch etwas länger draußen
die Qualität der Brauerzeugnisse aus Dortmund und so ging der
Abend für viele der Gruppe doch sehr spät zu Ende.
Tag 2 - Fort Tavannes, Batterie Tavannes, Batterie
Hopital, Museum Fleury, Abri Quatre Chemins
Nachdem es in der Nacht sich etwas abgekühlt hatte,
sind wir leicht nach Plan in den Tag gestartet. Um 9 Uhr waren
wir nicht am Fort Tavannes, aber wenigstens gab es ein
brauchbares Frühstück am Tisch vor dem Hotel. Damit das Auto
nicht so müffelt, habe ich eben die leeren Bierdosen in die
Dusche gestellt – da kommen wir noch später zu...

(Auf zum Tag Zwei - mit Kaffee gut
dabei.)
Jedenfalls machten wir uns um halb zehn auf den Weg, waren auch
flott in der Nähe des Forts und im zweiten Anlauf fanden wir
einen guten Parkplatz an einem Waldweg. Da dort noch keine
Verbotsschilder waren, sind wir von hier aus Richtung Fort
gelaufen. Kurz bevor man an dem Fort ist, kommen dann doch die
freundlichen Hinweisschilder, das hier Spannendes im Wald zu
entdecken wäre. Nun, der Zutritt sollte nicht ganz so schwierig
sein, nur das Haupttor sei versperrt. Und genau das fanden wir
auch so vor. Leider zugemauert, aber der alte
Kopfsteinpflasterweg und die fehlende Rollbrücke waren eindeutig
zuzuordnen.
Größere Kartenansicht

(Eingang gefunden, leider zugemauert.)

(Super unübersichtliches Gelände, auch
mit Lageplan war es schwer sich zu orientieren!)

(Das sieht nicht nur steil aus, das war auch
steil und völlig überwuchert!)
Wir sind dann rechts weiter – hier kann man den Abhang
hochklettern neben dem alten Tor und auf der Innenseite fanden
unsere „Scouts“ Stas und Tobi relativ schnell dann eine
aufgesprengte Kasematte. Hier war quasi von oben das Dach und
etwas die Seite wohl durch eine große Granate offengelegt. Der
Abstieg hier war jedenfalls möglich, wenn auch nicht ganz
einfach. Wir sind der Reihe nach hier den Abhang runtergerutscht
und haben uns so gut es ging an den Wurzeln etc festgehalten.
Bei Regen jedenfalls ein eher schwieriges Unterfangen, aber noch
war es ja trocken und warm. Unten angekommen waren wir erstmal
baff, wie groß und hoch die Räume waren. Das hatte auch aufgrund
der gemauerten Wände eher etwas von Kirche als Bunker an sich.
Kunststück: Das Fort ist ja auch noch aus der Vor-Beton-Bauzeit.

(Einstieg zu den Kasematten via einer
zerschossenen Decke. Steil und rutschig leider.)

(Sergey kletterte vor, klappte dann leidlich
gut auch ohne Ausrüstung)

(Von unten betrachtet sieht man eher,, wie
schwierig der Zugang ist.)
Laut der Seite festungsbauten.de (sehr empfehlenswert!) ist das
Fort Tavannes ein sogenanntes „Panikfort“, wurde zwischen 1876
und 1879 von den Franzosen erbaut und nach dem französischen
Marschall Tavannes benannt.
„Fort de Tavannes besitzt die typische polygonale Form, auch
wenn dies heute nur sehr schwer zu erkennen ist. Es gehörte zu
den ersten Festungswerken und […] bestand aus Mauerwerk. In den
Jahren 1889-1890 wurden Teile der Befestigungen und die
nördliche Hofkaserne betoniert.“

(Schacht nach unten, da geht nichts ohne
Ausrüstung)

(Stelle, wo wir in die Streiche runter
sind, Das war nicht schön!)

(Die nicht fertige, aber dennoch
beeindruckende Grabenkonstruktion.)
Das erklärt, warum es so anders aussieht und warum es so heftig
zerstört heute ist, denn man verstärkte das Fort zwar zum ersten
Weltkrieg, aber eher übersichtlich nur mit einem Vorgraben und
einem breiten Stacheldrahthindernis. „Das Fort verfügte über
Unterkunftsräume für fast 600 Soldaten, besaß über keine
weitreichende Artillerie. Lediglich in Höhe des Kehlpunktes
existierte eine gemauerte Anschlussbatterie mit 4
Geschützständen.“ Da kennen wir durchaus Größeres.
Fort Tavannes wurde im August 1915 desarmiert, Bewaffnung und
Munition abgezogen und die Besatzung anderen Einheiten
zugeschlagen. Mit Beginn der Verdun- Offensive am 21.Februar
1916 wurde das Fort regelmäßig mit allen Kalibern beschossen.
„Nach den deutschen Erfolgen wird das Fort mit Befehl vom
24.März wieder mit einer Besatzung versehen. Die Besatzung
besteht aus einem Bataillon Infanterie, einer MG-Kompanie,
Pionieren und Artilleristen. Im Juni 1916 waren schließlich
zwölf MG´s und zwei 58mm Geschütze im Fort eingebaut.“
Die Spuren dieses Beschusses sind jedenfalls überall sichtbar,
das Fort ist extrem zerstört und ein Besuch bisweilen
lebensgefährlich. Überall gibt es teilweise dutzende Meter tiefe
Löcher im Boden, die Decken bröseln, Steine lockern sich und
natürlich gibt es noch die „normalen“ Gefahren wie in anderen
Forts aus dieser Zeit. Dazu in Verdun leider auch die Belastung
mit alter Munition – doch dazu später mehr.

(Erster Eingang in das Innere der Anlage -
Richtung Kehlkoperne)

(Super schöne Decken, aber bröselig
ohne Ende leider.)

(Und überall gefährlich große, tiefe
Löcher im Boden. Extreme Vorsicht ist angebracht!)
Wir sind also direkt bei den Latrinen ins Fort
rein, versuchten uns an einem Plan zu orientieren, was leider
erst zur Hälfte der Erkundung des Forts klappte. Fotos gemacht,
raus aus der Latrine und schon standen wir bei den zerstörten
Mannschaftsräumen. Wir sind hier ein wenig in kleineren Gruppen
unterwegs gewesen, erforschten nach und nach die Räume, stießen
irgendwann auf die Zisterne und Wasserpumpe – aber eben auch
immer wieder auf Sackgassen, eingestürzte Tunnel und versperrte
Wege. Ein Labyrinth leider. Gegenüber den Mannschaftsräumen ging
es dann durch einen kleinen Eingang tiefer in die Anlage, man
kam hier auf einen in zwei Richtungen abzweigenden Gang, der
rechts noch offen war (links vermauert). Hier ging es quasi
hinter den Mannschaftsräumen weiter, was sehenswert war. Aber
auch hier große Vorsicht – viele, tiefe Löcher in den Räumen!
Das eine oder andere war zu entdecken, alte Bettgestelle,
geflieste Wände – sehr anders als neuere Forts und Bunker!
Leider waren die Wege nach oben zugemauert, wir sind an einem
zerfallenen Treppenhaus nicht nach oben gekommen und an der
Stelle, wo ein Schacht nach oben führt, ist deren oberes Ende
verschlossen. Am Ende des Gangs ist dieser mit Erde fast völlig
gefüllt, hier ist Stas alleine vorgestoßen und machte Bilder.
Dort befand sich wohl die Bäckerei des Forts und weitere
Lagerräume – wir anderen hatten aber nicht so große Lust durch
den Matsch zu robben.

(Fast verschütteter Gang zu den
Lagerräumen, die Leiter nach oben endet blind.)

(Altes Bettgestell mit Resten der
Wanddekoration dahinter.)

(Stollen zur Kehlpoterne.)
Immerhin konnten wir den dunklen Gang dafür
nutzen, unser kleines Tourritual zu starten, nach Löschen aller
Lampen gab es die bekannte kleine Ansprache, ein Knicklicht
tauchte uns alle in ein fahles Licht und dann ging es wie
gewohnt weiter mit der Tour. Wegen der Sackgasse ging es also
zurück zum Hauptgang.
Da links kein Weiterkommen war, sind wir rechts abgebogen und
standen bald vor einer Öffnung durch die Regen fiel. Und nicht
nur das – es gewitterte über uns, und zwar heftig!
Da die Decke hier sehr brüchig war, sind wir
turboschnell weiter und endeten in der Doppelkehlkaperne. Diese
hatte in der Mitte einen unfassbar tiefen Schacht der von uns
als möglicher Teil der „Travaux 17“ Tunnel eingestuft wurde. Ob
er das wirklich ist? Manche Pläne legen es nahe. Jedenfalls
waren die drei quer drüber liegenden Schienen kein ausreichender
Schutz, wer sich hier ohne Licht verirrt, kann bei einem
Fehltritt sofort tot sein!

(Das Gewitter über uns...)

(Unscheinbarer Eingang oben, den muss
man aber nicht nutzen, auch unten geht es durch.)

(An der Spitze des Forts angekommen,
der Schacht hier geht gut 20m senkrecht nach unten und ist NULL
abgesichert!)
Da es draußen heftigst schüttet, haben wir uns nur im Inneren
den Bereich so gut es ging angesehen, der ist aber recht leer
und vor allem auch teilweise verschüttet. Da hier kein
sinnvolles Weiterkommen war, sind wir den Weg zurück gegangen,
wurden leider etwas nass vom Gewitter, das laut knallend vom
Donner genau über uns war. Ein Glück waren wir im Bunker, aber
das gab einen kleinen Eindruck davon, wie es vor über hundert
Jahren hier wohl zugegangen sein muss, als ein entsprechender
Beschuss auf der Anlage lag.
Wir sind dann in die Nebenräume rein, haben dort noch das eine
oder andere kleine Objekt gesehen – und dann standen wir vor
zwei Handgranaten, über die wir alle hinweg gestiegen waren.
Kein schöner Moment, wir sind so flott es geht weg von den alten
Teilen!

(eine gut erhaltene Kommode mit
Verzierungen vorne!)

(Verrostete Munitionsreste im Fort,
vermutlich alte französische Handgranaten.)
Da wir nun den hinteren Teil erkundet hatten,
ging es weiter in die restlichen Mannschaftsräume, die auf dem
Plan des Forts links oben (also nördlich) liegen. Man kommt hier
von außen gut hin und schon im dritten Raum ist ein guter Zugang
zu den Innenräumen, die ersten waren von außen zugemauert bzw.
betoniert worden. Und hier gibt es eine Überraschung, wenn man
innen nach rechts geht – eine Wendeltreppe nach unten, die
nachträglich in den Fußboden gestemmt wurde. Hier geht es in die
Travaux17 Tunnel rein, die verhältnismäßig gut erhalten sind,
von deren längerem Betreten ich aber dringendst abrate.
Praktisch alle Abstützungen aus Holz in denen sind mittlerweile
morsch, die Tunnel beginnen einzustürzen, hier herrscht akute
Lebensgefahr. Wir sind dennoch ein ganzes Stück in diese Tunnel
rein, trennten uns (nicht schlau!) auch hier in drei Gruppen und
versuchten, relativ viel zu erkunden.

(Riesiger Tierknochen in einem der
RÄume.)

(Andere Seite des Forts mit Räumen.)

(Der bessere Zugang zu den Travaux 17
Tunneln.)
Das war dann aber der Moment, wo mir das zu
heikel wurde – ich zumindest bin bald wieder an die Oberfläche,
nachdem ich unterirdisch gut 250m des Systems mir angesehen habe
und eine eingestürzte Stelle kam (laut Plan muss das der Gang
gewesen sein der zu dem tiefen Schacht an der Kehlpoterne
geführt hat). Das reichte mir – außerdem waren wir zu dicht am
„Rückruftermin“ nach Hause dran, ich bin also nach draußen, habe
uns zurückgemeldet und dann zwanzig Minuten auf den Rest der
Gruppe gewartet. Nach und nach kamen dann alle, mancher ist hier
extrem weit unter der Erde gelaufen. Das ganze System haben wir
also nicht erkundet, aber laut Plan einen überraschend großen
Teil! Dennoch: Nicht nachmachen. Ernsthaft!

(Man beachte das verfaulte Holz rechts
unten - das stützte das vor hundert Jahren mal ab, jetzt ist das
komplett bröselig.)

(Etwas besser waren die Teile, wo die
Wände gemauert waren. Siehe ganz unten .)

(Leider waren das nur kurze Stücke,
der Rest sah meistens genau so aus!)
Wir haben uns dann noch die restlichen Räume angesehen, links
gab es noch einen Abgang zu den Tunneln, der war aber mangels
Stufen rutschiger und nicht so gut. In Anbetracht der
fortgeschrittenen Zeit sind wir dann nicht mehr in Richtung
Graben außen weiter, sondern den Weg, den wir gekommen waren
zurück Richtung Latrine und damit zum Ausgang. Insgesamt haben
wir sicherlich zweidrittel und Mehr der Anlage gesehen und waren
schon über drei Stunden hier! Bevor wir dort ankamen, kam
nochmal der Regen, also stellten wir uns in einem der
Mannschaftsräume unter. Und dann hörten wir draußen ein Poltern,
nachdem es ordentlich gedonnert hat: Ein Stein der Außenfassade
hatte sich gelöst und ist nur wenige Meter neben uns vom Gebäude
herabgefallen. Also: Es bröselt, und zwar heftigst!

(Ich rate wirklich, wirklich davon ab,
sich das hier anzusehen!)

(Hier das Ende des Ganges, der
Richtung Kehlpoterne führen sollte, dort hätte er in dem 20m
Schacht geendet.)

(Der zweite Eingang zu den Travaux 17
Tunneln. Mangels Stufen leider rutschig. Man kann hier durch die
Tunnel zum anderen Ende g ehen.)
Nachdem das Gewitter dann nachgelassen hatte, sind wir Richtung
Latrine und von dort den leider jetzt rutschigen Abhang wieder
hoch. Dank gegenseitiger Hilfe war das aber gut machbar. Was
weniger gut dann lief, das war außen den Weg zurückzufinden.
Nachdem wir den aber auch irgendwann hatten (da lohnt sich mein
Gedächtnis für Wege 😊 ), brauchten wir tatsächlich das Seil, um
den Abhang sicher runter zu kommen. Tobi, als Kletterkünstler,
kam zuletzt und konnte das wieder entfernen, aber zumindest ich
und auch ein paar andere waren heilfroh über die Kletterhilfe.
So kamen wir genau an dem Punkt wieder raus, wo wir in die
Anlage rein kamen, neben dem zugemauerten Tor.

(Ausstieg aus der Anlage, der Regen
machte das schwierig und schmierig...!)

(Der Stein fiel uns beinahe auf den
Kopf beim Gewitter!)

(Dank Seil ein machbarer Abstieg, ohne
Hilfsmittel eher was für geübte KLetterer!)
Von dort aus sind wir dann den Waldweg entlang gegangen, machten
aber noch linkerhand einen Abstecher zu einer im Plan
eingezeichneten Kasematte. Die zu finden war leider nicht so
easy, weil dort ein neumodischer abgezäunter Bereich ist, was
uns verwirrte, wo nun im Verhältnis der alte Bunker sei. Aber
ganz easy – man geht außen am Zaun vorbei und schon steht man
nach 100m davor (man muss den nur durchs Efeu erkennen…). Leider
zu und innen leer, wie man durch die Scharten sehen konnte. Nach
ein paar Bildern zogen wir ab.

(KLeiner Bunker aussen.)

(Nahaufnahme der engen Scharte.)

(Leider unzugänglich (Gutter im
Eingang), innen aber auch leer.)
Sergei ließ dann seine Drohne zur Erkundung steigen, leider ist
die durch den Wind in den Wald abgetrieben worden, so das wir
alle erst mal ordentlich suchen mussten. Wo das Stück war. Wir
hatten Bildkontakt, sahen aber nur Blätter. Nicht hilfreich im
Wald. Das GPS Signal führte uns auch in die Irre, aber mit
geschultem Adlerauge hat dann Marc die Drohne HINTER uns
entdeckt. Wie er das wohl geschafft hat? Klasse jedenfalls, wir
konnten weiter.
Leider meldete sich bei mir aufgrund des Wetterumschwungs meine
Narbe am Gesäß, das machte Laufen schmerzhaft und wurde immer
schlimmer. Wir sind also zu den Autos zurück und für mich war
klar, dass wir so den Rest des Tages etwas kürzere Dinge nur
schaffen könnten. Also die Straße runter zur Batterie Tunnel,
die sehr klein und einfachst zu finden war: Wir parkten direkt
davor. Und legten auch eine ordentliche Mittagspause ein, mit
Salamis, Brot, Eiern und Gemüse.

(Die extrem kleine Batterie du
Tunnel.)

(Innenansicht des ersten Bunkers, der
Rest sieht analog aus.)
Batterie du Tunnel (Tavannes) und
Batterie Hopital
Da das nun wirklich sehr klein war, sind wir durch den Wald den
Pfad entlang gegangen zu einem weiteren Ziel – das stellte sich
als die „Batterie Hopital“ heraus, eine wesentlich größere
Artilleriestellung im Zwischenraum von Fort Tavannes und Fort
Vaux.
Größere Kartenansicht
Es handelt sich hierbei um eine 1881 errichtete, noch gemauerte
Batteriestellung für sechs 155mm Geschütze. Eine recht große
Anlage mit fünf zum Teil stark beschädigten
Geschützunterständen. Sie befand sich nicht im direkten
Infanterie – Kampfbereich, wurde dennoch durch Beschuss
beschädigt. Eines der Geschütze war etwas abseits der Anlage in
einer Feldstellung offenbar aufgebaut, an diesem gut erkennbaren
Einschnitt im Gelände kommt man auf dem Weg zur Anlage vom
Parkplatz aus vorbei.

(Eine Übersicht der Anlage draussen. )

(Einer der Durchschüsse von der
deutschen Artillerie.)

(Nur nicht die Balance verlieren...
Innenräume der Anlage, der Boden ist teilweise eingebrochen.)
Diese Anlage kann man auch recht schnell
erkunden, hier gibt es heute noch mehrere große offene gemauerte
Räume zu sehen, die teilweise miteinander verbunden sind. Auch
gab es hier an einigen Stellen eine zweite Etage. Leider ist die
Anlage erheblich zerstört, man kann einige Teile gut erkunden,
andere sind verschüttet leider. Nachdem wir hier alles
Sehenswerte gesehen hatten (und leider das gegenüber auf der
anderen Straßenseite im Hang liegende Zwischenmagazin „sous Roc“
leider verpasst haben), sind wir zum Auto zurück, ich dann mehr
gehumpelt als sonst was. Also war klar: Ein Abstecher zum Hotel
musste sein, dort hatte ich entsprechende Medikamente bei, damit
das sobald möglich wieder besser würde.

(Ein erhaltener Zugang zur unteren
Etage (leider zerstört).)

(Sicht aus der Anlage heraus, das
meiste kann man tatsächlich vom Weg aus sehen!)
Die Fahrt dauerte nicht lange und am Hotel
angekommen habe ich dann dem Körper etwas Pflege angetan. Das
würde zwar etwas dauern bis es wirkt, sollte aber zumindest den
Sonntag retten. Da wir auch noch etwas (!) einkaufen gehen,
haben wir das als nächstes angegangen und das wurde ein
wesentlich größeres Abenteuer. Der lokale Carrefour in Verdun
IST groß und wir waren müde, hungrig und durstig. Eine
Kombination also die in einem Einkauf jenseits der Ein Stunden
Marke endete. Für ein paar Eiswürfel, Bier, Käse, Margarine und
zwei Baguettes etwas lang, aber der Rest hatte auch noch einiges
aus dem Laden geholt und so… dauerte es alles. Da es nun schon
fast fünf Uhr war, reichte die Zeit nicht für Fort Vaux – das
Fleury Museum aber wäre noch machbar. Also zurück zum Hotel, Eis
und Bier in den Kühler, Essen eingepackt und los zum Museum bei
Fleury.
Museum Champ de Bataille, Fleury
Das hat sich zu meiner Verwunderung doch geändert, und zwar
nicht zum Positiven insgesamt. Nach einem neuen Anbau und
Umgestaltung hat man das nach meiner Meinung beste Element, das
zentrale große Diorama durch eine riesige Videoinstallation
ersetzt.
Größere Kartenansicht
.

(Maske eines Flammenwerfersoldaten.)

(Schöne Animation der Schlacht.)

(Diverse Fahrzeuge und Geschütze - top
erhalten!)
Sicher, das ist an 2025 und Medienkonsum heute gut angepasst,
aber mir fehlte das Diorama sehr. Immerhin gab es eine gute
Darstellung der Verdunschlacht anhand von projizierten Karten
mit Erläuterungen und die sonstige Ausstellung war nach wie vor
sehenswert. Insgesamt also Daumen hoch für das gute Museum, aber
mit einer Träne im Auge, weil mir das Diorama wirklich sehr
fehlte. Im Museum war es angenehm kühl, wir konnten also
entspannt uns alles ansehen.

(Blick auf die Reste des grossen
Dioramas.)

(Diverse deutsche Helme.)

(Vorne Reste des Dioramas, dahinter
die grosse Videoinstallation.)
Nachdem
wir nach fast anderthalb Stunden vor Ort mit einer Ansage über
Lautsprecher rausgebeten wurden weil das Museum schließen würde,
sind wir raus – und vor dem alten Eingang ist die große Granate
weg, die ich damals beeindruckend fand. Genau die steht offenbar
nun im Turm des Beinhaus! Da ist die also hin… eben noch ums
Museum drum rum gewandert, aber dann waren wir auch durch. Da
der Tag so früh noch nicht enden sollte, berieten wir kurz, was
wir uns noch ansehen könnten.

(Details einzelner Schicksale, das war
gut aufbereitet.)

(Zwei Flugzeuge illustrieren die
"Schlacht über der Schlacht"!)

(Französisches Geschütz zwischen Halle
und Parkplatz.)
Den Tunnel Tavannes zu finden, wäre zu aufwändig
und dank meiner Immobilität auch nicht realistisch, aber direkt
neben dem Beinhaus ist ja die Ouvrage Thiaumont und in der Nähe
auch der Abri Quatre Chemins. Beides kleine, gut erreichbare
Ziele – also sind wir flugs dorthin.
Abri Quatre Chemins
Unser nächstes Ziel war der
Abri Quatre Chemins, der nur eine Minute mit den Autos entfernt
lag. Geparkt, ausgestiegen, über den Trampelpfad zum Abri hin
und durch den einen Eingang rein. Im Inneren festgestellt, das
noch mehr Mücken als früher sich hier tummeln und Fotos dank
moderner Technik viel beeindruckender sind. Da der aber
ansonsten komplett leer ist, haben wir den nur einmal ganz
durchwandert, Bilder gemacht und dann am zweiten Eingang wieder
verlassen. Mehr Details zu dem Abri gab es schon im Bericht 2005
oder 2006, ich halte das zugunsten einiger Bilder dann mal kurz.
Bemerkenswert ist noch, dass die Wände am Ende mittlerweile
nicht mehr so stabil aussehen. Das Teil wird wohl in absehbarer
Zeit fürs Publikum gesperrt…
Größere Kartenansicht

(Eingang zum Abri.)

(Die eine Seite des großen Abri, keine
Zwischenwände!)

(Hier bröselt es - das untere Ende eines der
"Schornsteine".)
Nachdem wir noch versuchten das Gräberfeld vor
dem Beinhaus in der untergehenden Sonne gut photographisch
festzuhalten, sind wir letztlich kurz vor 20 Uhr zum Hotel
gefahren, machten uns in die Zimmer auf zum frisch machen und
ich meldete uns zuhause für die Nacht ab.

(Der Schornstein von unten.)

(Dank starker Lampen kann man den ganzen Abri
so sehen...)
Da ich wirklich nicht mehr zu Fuß gehen wollte, sind wir dann
zum Mäkkes nach erfolgter Dusche hin gefahren – dort war es
Samstag Abend richtig voll, es dauerte länger bis das Essen kam
und nachdem wir dann endgültig satt waren, ging es zurück zum
Hotel. Dort zauberte ich dann die Kühlboxen hervor und nun fiel
mir auf, dass die leeren Dosen weg waren. Hatte das Hotel doch
den „Müll“ entsorgt und so nen guten 5er an Pfand gleich mit.
Mist. Aber wenigstens wäre so etwas Platz im Auto bei der
Rückfahrt und halt auch etwas weniger Muff bei der Fahrt. Sehen
wir es also positiv… Wir machten es uns am Tisch draußen
gemütlich, ich legte mir was Weiches auf die Bank und dann
bauten wir noch laaaaange eine amtliche Dosenpyramide draußen
zusammen.
Da morgen Fort Rozelier auf dem Plan stand, habe ich noch ganz
frische Infos von Martin (siehe am Anfang) eingeholt, wie wir am
besten ins Fort kämen. Die habe ich leider nur halb richtig
gedeutet, aber dazu dann am Tag 3 mehr im Bericht. Aber auf
jeden Fall stände uns ein spannender Tag noch bevor!
Irgendwann nicht zu spät nach Mitternacht habe ich mich dann
hingehauen, Marc war schon etwas eher ins Bett, hatte nicht ganz
so gute Laune am Ende. War aber auch ein anstrengender Tag. Der
Rest hielt noch durch, bis es heftig anfing zu regnen, aber
irgendwann war dann auch Ende.
Tag 3 - Fort Rozelier, Tunnel de
Tavannes
Der schwierigste Morgen einer Tour ist
traditionell der letzte – man ist fertig, kriegt wenig Schlaf,
die Inhalte der Dosen-Pyramiden der Vorabende werden vom Körper
noch bearbeitet… und die Autos müssen zur Rückfahrt beladen
werden und obendrauf will man ja noch einiges sehen bevor es
nach Hause geht. Der Plan sah reichlich vor, die Realität
hingegen zeigte, das der Plan eher für zwei Touren ausreicht,
statt nur einer. Nun, das macht die Planung für eines der
Folgejahre viel einfacher!

(Alles gepackt, Zimmer leer, Abfahrt.)
Ich begann mit einem Instantkaffee für alle,
die einen bräuchten, stellte fest, das es mir gesundheitlich
erheblich besser ginge, machte mich für den Tag fertig und
packte dann flugs unseren Kram ins Auto. Eben ausgecheckt,
Tetris mit den Sachen am Auto gespielt (dank der fehlenden Dosen
war plötzlich genug Platz so eben…)
Nach und nach kam dann der Rest dazu und nur eine Stunde nach
Plan (dank Frühstück, was aber nicht ohne geht) sind wir dann
auch wirklich beim Parkplatz in der Nähe des Forts angekommen.
Leider war es ziemlich nass, aber gegen das Wetter konnten wir
nicht so viel machen.
Mit Plan in der Hand, Regenjacke auf und Rucksack am Start sind
wir dann so schnell es geht die Straße lang gelaufen bis wir auf
dem Feldweg waren, der Richtung Fort führte. So richtig gut fand
ich das nicht an der Straße zu parken aber bei den rutschigem
Boden wollten wir uns auch nicht auf der Lichtung am Rand der
Feldwegs zum Fort festfahren. Dort parkt man zwar
sichtgeschützt, aber dann ist 100% klar, wo man wohl hingeht.
Fort Rozelier
Größere Kartenansicht
Los ging es also strammen Schritts an den gewohnten
Hinweisschildern „hier gibt es Spannendes zu ignorieren!“ vorbei
in Richtung Fort. Das kann man fast gar nicht verfehlen, rechts
neben dem Feldweg gehen viele Trimmdich Pfade durch den Wald,
die offenbar von der lokalen Bevölkerung gut genutzt werden.
Haben wir dann auch und so waren wir im Unterholz fast
unsichtbar. Wir fanden dann schnell den alten Eingang der aber
leider zu ist. Stacheldraht und Kette vorm Gitter – hier ging es
nicht durch. Rechts neben dem Tor ebenfalls Nato-Draht im
Graben: Das sah nicht einladend aus. Der Tipp war „an der
Rückseite des Forts gibt es einen Eingang zur ebenen Erde dank
Loch in der Wand“.

(Frische Warnhinweise am versperrten Zugang.)

(Alles voller Stacheldraht.)

(Auf ging es durch dicken Regen und noch
dickeren Wald. )
Ja… leider habe ich das so interpretiert, das man von der
Rückseite des Forts aus da herankommt. Nachdem wir eine
Viertelstunde durch den Wald auf den Pfaden irrten (bei
höchstmöglicher Geräuschvermeidung, denn nebenan ist ein aktiver
Übungsplatz der französischen Armee), fanden wir auch die
Rückseite des Forts. Leider war dazwischen ein ca. 10m tiefer,
senkrecht gemauerter Graben, den wir eben nicht fliegend
überwinden könnten. Mist!

(Am Ende des Forts standen wir vor dem
Abgrund - nix ist. )
Also Martin angeschrieben und dann verstanden das wir rechts am
Haupttor vorbei IN den Graben mussten und dann auf der Rückseite
ein Zugang sei! Das motivierte uns es nochmal vorne zu versuchen
und siehe da – wenn man 50m VOR dem Tor schon rechts in den Wald
geht, landet man sanft im Graben und kann am Stacheldraht vorbei
weiter. Gewusst wie…
Im Graben haben wir uns blöderweise dazu entschieden,
rechtsherum zu gehen. Ein kapitaler Fehler wie sich später
rausstellte. Aber immerhin konnten wir so den Graben rund ums
Fort umfangreich kennenlernen. Der alte Eingangsbereich ist
heftig zerstört, man kann hier mit Kletterequipment vorne rein.
Es bröselt aber, das Ganze ist hier nicht safe und uns war es zu
riskant, hier mit Seil und Co. hochzuklettern.

(Wenn man genau hinsieht, kann man sich hier
an der Seite durchzwängen!)

(Erstes Hindernis gepackt, ab in den Graben
rund ums Fort.)

(Hier kann man rein, aber nicht ohne
Kletterausrüstung.)
Ein paar Details, die teilweise von festungsbauten.de übernommen
wurden:
Das Fort Rozelier gehört zu den größten Forts im Raum Verdun.
Wie die anderen hat es eine Polygonform. Bevor es zugemauert
wurde, gelangte man zum Fort über einen Weg, der an einem
Blockhaus vorbei ging. Über eine Zugbrücke erreichte man den
Hauptteil des Forts.
Dahinter ist der doppelte Kasernentrakt, von diesem aus geht
eine Art Tunnel zur doppelten Spitzengrabenwehr. Das Fort ist so
alt, das es noch gemauert ist - nur der hintere Teil des
Kasernentraktes ist durch Beton verstärkt. Die beiden
Kasernenteile sind voneinander durch einen schmalen Innenhof
getrennt.
Von diesem Tunnel aus gelangt man zu einem 15,5cm Galopin-Panzerturm.
Geht man den Gang weiter, so führt er weiter bis zu einem
weiteren Infanterieausgang und einer zugemauerten Treppe die zur
doppelten Grabenstreiche führte.
Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde Fort Rozelier zur
Verteidigung fit gemacht und mit Truppen besetzt. Allerdings hat
man das Fort dann schon ab August 1915 wieder „entfestigt“,
Geschütze und Munition abgezogen und die Besatzung auf ein
Minimum reduziert. Nach Beginn der deutschen Verdun Offensive
wurde das Fort zum März 1916 wieder verstärkt. Das Fort gehörte
aber nur zur „2. Kategorie“ und diente Stäben und Reserven als
Unterkunft. Durch die mangelnde starke Bewaffnung war es nicht
so einsetzbar wie die anderen, modernisierten Forts.
„Aufgrund der Erfahrungen anderer Festungen bei Verdun beginnt
man Mitte 1916 mit dem Bau eines Stollensystem. Das
Stollensystem ist in Fort Rozelier sehr umfangreich und gut
ausgebaut, teilweise ist es betoniert worden.“

(Wir wuchten uns in die Grabenwehrtunnel
hinein..)

(Nicht ganz einfach, aber machbar: Drin!)

(Achtung, hier geht es direkt neben dem
Einstieg 5m steil runter!)
Soweit zum Hintergrund – wir sind also weiter den Graben entlang
gegangen auf der Suche nach einem Eingang. Auf der Rückseite
haben wir dann wirklich in der Ecke des Grabens einen Einstieg
gefunden und es schien weiterzugehen. Also alle rein! Wie wir
dann feststellten, war dies leider nur ein Zugang zu einem Teil
der Grabenwehr. Schon nach kurzer Zeit (und nach kreativer
Überquerung eines wassergefüllten Abschnitts im Tunnel) standen
wir oben vor einer Sackgasse. Der hier ursprünglich vorhandene
Ausgang zum Inneren des Forts ist leider oben am Ende der Treppe
zugemauert.

(Balanceakt im vollgelaufenen Tunnel.)

(Die elend lange Treppe nach oben ins Fort -
also, ehemals...)

(Ende aus, hier geht es nicht ins Fort
leider. )
Hier kamen wir also leider nicht (mehr?) rüber ins Fort, sondern
mussten den Weg wieder zurück in den Graben gehen. Immerhin
fanden wir ein paar gut erhaltene Details und absolut keine
Schmierereien. Das ist ja auch mal was.

(Immer wieder fiese Abgründe - die Anlage ist
gefährlich!)

(Auch hier ging es nicht hinein leider.)

(Dafür hier um so tiefer nach unten. Ohne
Rückweg!)
Zurück im Graben ging es weiter Richtung Kehlpoterne. Vorher
haben wir links einen aufgesprengten kleinen Tunnel gefunden,
der nach innen führte. Marc und ich sind da rein, gebückt die
gut 100m gelaufen und dann eine Leiter nach oben. Die kletterten
wir hoch und fanden uns mitten in einem Urwald wieder – ohne
Plan wo wir genau waren und ohne Orientierung, ob und wie man
hier weiterkommt. Also zurück zu den Anderen, das war offenbar
nicht der Zugang, den wir suchten. Auf dem Weg nach draußen nach
dem fies kleinen Tunnel hatte ich mich an einem Efeustrang
festgehalten. Leider löste sich dadurch ein Stein aus der
Fassade, der mich an der rechten Schulter traf. Das hätte böse
ins Auge gehen können! So hatte ich nur einen dicken blauen
Fleck, aber das war ein klares Zeichen, wie sehr das Fort
bröselt.

(Aufgesprengter Tunnel, der endet durchaus
oben im Fort, aber wo?)

(Nur gebückt zu durchqueren leider!)

(Aufstieg nach oben)

(Tobi kam nach, aber wir sind lieber
zurück...)
Wir gingen also den Graben weiter, bis wir endlich an der Spitze
des Forts ankamen – der Infanterieausgang hier ist zugemauert,
aber rechts in der Wand ist hier ein Notausgang, der offen ist
und den man über ein paar aufgeschichtete Steine gut erreichen
kann. Dort sind wir letztlich der Reihe nach rein, denn laut
Plan sollte der Tunnel ja frei sein in das Fort Innere. Dem war
auch so! Wir haben uns zunächst die Räume in der Grabenwehr
angesehen, sind dann aber von dort über den betonierten Tunnel
in Richtung Kaserne und Panzerturm gegangen. Nach kurzer Zeit
sind wir an einer Kreuzung angekommen, linker Hand ging es hier
zum Panzerturm und Beobachter und noch einen Ausgang nach
draußen.

(Leicht erschöüft nach der Kletteraktion im
Graben...)

(Es dauert ziemlich lange, hier durch zu
kommen.)

(Ehemalige Infanterieausgänge?)

(Hier ist der Zugang dann zum Inneren - fast
ebenerdig!)
Wir haben uns hier den Turm angeschaut, die dazugehörigen Räume
die vermutlich als Munitionslager gedient haben – und am Ende
gab es einen durch Flatterband abgesperrten Schacht, der
senkrecht nach unten ging. Offenbar eine untere Ebene, die wir
durch die Steigeisen lieber nicht erreichen wollten. Der Turm
selber war gut anzusehen, aber leider in einem so schlechten
Zustand, das ein Beklettern nicht ohne Risiko war. Da auch die
Treppe größtenteils fehlte, habe ich mir das Hochklettern
gespart, der Turm ist identisch zu dem Turm in Douaumont. Das
hielt aber ein paar von uns nicht davon ab, trotzdem sich die
obere Etage anzusehen…
6646,6650,6652,6654

(Nachträglich betonierter Tunnel von der
Grabenstreiche zum Fort (bzw Panzerturm) und Zugang zu den
Tunneln unterm Fort)

(Aufstieg zur Beobachterkuppel.)

(Steiler, ungesicherter Schacht tief nach
unten!)

(Team beim Betrachten und Beklettern des
Panzerturms.)
Als wir hier so weit alles gesehen hatten, sind wir zurück zur
Kreuzung und hier wurde es spannend. Ursprünglich ging es hier
direkt nur zur Kaserne oder nach draußen. Links und rechts neben
dem Gang hat man aber kleine Treppen eingebaut, die in der
unteren Tunnelbereich führten. Und der hier war wie in der
Beschreibung wesentlich mehr ausgebaut als vermutet. Hier ist
sehr viel betoniert, das Ganze macht einen recht stabilen
Eindruck. Also nicht die sonst gefundenen Travaux 17 Tunnel,
sondern wirklich das, was es hätte werden sollen mit
zusätzlichem Ausbau.

(Schrott im zugemauerten Infanterieausgang
des Tunnels..)

(Totes Ende eines der Travaux17 Tunnels.)

(Deutlich stabilere Travaux 17 Tunnel, viel
betoniert!.)
Wir sind also hier nach unten geklettert und fanden schon bald
einen ehemaligen Infanterieausgang, der mit Schrott gefüllt ist.
Auch sonst waren die Gänge entweder leer oder mit Schrott in den
Ecken versehen. Keine wesentlichen Schmierereien, diverse Gänge
enden aber blind oder in Travaux17 bröseligen Stummeln. Nachdem
wir nach und nach die Tunnel erkundeten fanden wir auch den
Zugang von unten zum Panzerturm. Also keine Notwendigkeit, die
Leiter zu beklettern!

(Übungshandgranate)

(Hier war Schluß!)

(Und auch hier standen wir vor einer
Sackgasse....)
An diversen Tierskeletten (Füchse?) vorbei sind wir durch die
restlichen Tunnel, fanden die eine oder andere benutzte
Übungsgranate (das Gelände wird von der französischen Armee ab
und zu für Übungen wohl genutzt) bis wir dann irgendwann am Ende
der Tunnel standen. Hier wurde wohl ein Ausgang verfüllt, ein
weiterer Abzweig endete in einem verstürzten Tunnel, den wir
nicht betreten wollten und so sind wir also den ganzen Weg
zurück zur Kreuzung gegangen und wieder nach oben gewandert.
Spannend zu sehen und definitiv besser erhalten als Fort
Tavannes am Vortag mit den Tunneln!

(Tierknochen, nicht die Einzigen hier...)

(Travaux 17 Tunnel - bei dem Zustand besser
nicht betreten!.)

(Travaux 17 Tunnel, das betretbare Ende
davon. Hinten noch Stützen, aber das bricht aktiv zusammen!
Nachdem wir den Tunnel zur Kaserne durchquert hatten, da stand
man quasi in einer anderen Welt. Hier war alles gemauert, lichte
Höhen in den Räumen und Flure und viel Tageslicht!
In den Räumen gab es ungewöhnliche Konstruktionen, sogar eine
Art Fachwerk fanden wir in einem Raum.

(Tolles Bild von Alex, man sieht die roten
Streifen die betonierte Bereiche kennzeichnen.)

(Fachwerk im Inneren der Kaserne.)

(Der Innenhof der Anlage, wie ein
verwunschenes Schloß beinahe.)
Besonders beeindruckend ist der wie verwunschen wirkende
Innenhof mit dem Grün, das sich die Wände langsam erobert und
dem hohen zentralen Raum, vom dem aus die Flure der Kaserne
ausgehen. Hatte was von einer Kirche.

(Reste der Küche, großer Abzug über den Öfen.)

(Waschraum mit Handwaschbecken. Oder
Pissoir??)

(Wie eine Kathedrale beinahe - hohe Räume mit
Bögen!)
Sonst war hier leider alles recht leer, in der Küche etwa war
nur noch der Abzug über dem fehlenden Ofen/Herd vorhanden.
Von den Waschräumen waren nur noch die großen Tröge übrig, die
aber sehenswert waren. Um die weiteren Räume zu erkunden sind
wir links entlang in die vordere Kaserne gewandert, dort gab es
auch eine Treppe nach unten. Hier war der Bau wieder betoniert
(erkennbar an den roten Streifen an den Wänden). Am Ende hier
fanden wir dann eine nachträglich einbetonierte Schikane und die
Rollbrücke, die leider nicht erhalten ist. Der ehemalige Weg
nach draußen ist hier zugemauert. Leider sieht das so eher
traurig aus. An einer Stelle fanden wir eine zerstörte Leiter
nach oben, dort ist dann Tobi hoch aber weit kam man dort nicht.
Stattdessen sind wir dann in einen seitlichen Gang gegangen, der
wieder zu den Travaux17 Tunneln gehört, aber nicht so gut
erhalten ist. Am Ende geht es zu einer Kuppel – davor allerdings
ist ein sehr tiefer Schacht – ob der mit dem Rest in Verbindung
stand, war aber nicht klar. Jedenfalls Vorsicht hier!

(Robert macht ordentlich Licht.)

(Abstieg zur unteren Etage, hier verschüttet.
Nachträglich betonierter Bereich.)

(Zugbrücke seitlich weggerollt - vorne ist
der vermauerte alte Haupteingang.)

(Total gefährlich - vor der Beobachterkuppel
ein extrem tiefer Schacht! )
Da wir hier soweit alles gesehen hatten, sind wir dann zurück zu
den Kasernen gegangen, fanden noch die Arrestzelle in einem
kleinen Kellerraum und durch den Innenhof sind wir nach vorne
zum alten Eingang. Dort steht man dann vor den aufgesprengten
Löchern, die aber steil nach unten ohne Seil nicht zu erklettern
sind. Wir sind dann nachdem wir unser Gruppenfoto gemacht haben
in den Raum (von außen gesehen) links neben dem Eingang
gegangen, fanden dort noch eine Zisterne mit einer Art
Brunneinfassung. Und: Es gab hier Schiesscharten, von denen eine
in guter Höhe nach außen führte. Diese nutzten wir dann mit viel
Kletterei um nach außen zu gelangen. Draußen waren schönerweise
Steine aufgestapelt, wären wir also in den Graben LINKSHERUM
gegangen, dann wären wir nach 3 Minuten im Fort gewesen, statt
40 Minuten zu verbrennen und drei Eingänge auszutesten… aber
hinterher ist man immer schlauer!

(Aufgesprengter Bereich vorne. Dahinter
steiler Abhang!.)

(Vorbereitung zum Gruppenbild der Tour.)

(Beschriftung der Scharten nach aussen.)

(Toller Zisternenbrunnen.)
Wir sind nach und nach hier raus, und dann an der eingestürzten
Brücke zurück zu der Stelle, wo wir in den Graben rein sind.
Hier dann wieder am Stacheldraht vorbei zurück zum Feldweg, über
die Trimmdichpfade zurück Richtung Autos und dann schnell die
Straße zurück am Rand zum Parkplatz. Ein Riesenabenteuer das
Ganze! Definitiv nicht ungefährlich, aber spektakulär anzusehen.

(Zisterne von innen)

(Toll erhalten: Handlüftermechanik
(vermutlich))

(Der wohl beste Ein und Ausgang - wenn wir
das gewusst hätten...)

(Stahlträgher unter der Brücke mit
Beschussspuren...)
An den Autos haben wir uns dann eben erfrischt und uns dazu
entschlossen, dem Tunnel Tavannes noch eine Chance zu geben. Der
sollte zeitlich noch drin sein, ohne das wir massiv zu spät
loskommen würden. Also sind wir zum gleichen Parkplatz wie am
Vortag gefahren, von dem aus wir zur Batterie Hopital
aufbrachen. Dort haben wir dann noch einige Rest verputzt und
entsprechend gestärkt ging es gegenüber der Straße ab in den
Wald. Hier gehen zwei Wege ab – der zuerst von uns genutzte
rechte Weg ist leider falsch und führt vom Tunnel weg… also
zurück und in den linken Weg rein. Ein paar sind
querfeldeingegangen, was auch ging, aufgrund des Matsches hatte
aber nicht jeder von uns Lust dazu…
Tavannes Tunnel
Folgende Infos stammen überwiegend wieder von
festungsbauten.de – „der Tunnel von Tavannes entstand 1870 vor
dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und sollte die
Eisenbahnlinie von Chalons über Verdun nach Metz verlängern. Im
1. Weltkrieg wurde der Tunnel sofort militärisch genutzt, weil
er ein zuverlässiger Schutzbau für Reserven und
Munitionsnachschub zwischen Souville und Vaux darstellte. Für
die Soldaten errichtete man dreistöckige Betten aus Holz und zog
zusätzliche Holzdecken ein. Ab Beginn der Verdun-Offensive wurde
auch der Tunnel Ziel der deutschen Artillerie. Auf dem Höhepunkt
der Kämpfe befanden sich die deutschen Angreifer nur noch wenige
Kilometer vom östlichen Tunneleingang entfernt. Die Zustände im
Tunnel wurden dadurch immer chaotischer, da der Tunnel von
Truppen überfüllt war und unerträgliche Hitze und Gestank
herrschte. Verwundete konnten nicht versorgt und Leichen
abtransportiert werden, da die deutsche Artillerie die Ausgänge
einsehen und beschiessen konnte. Das Inferno steigerte sich noch
vom 4. zum 5. September, als ein Handgranatenlager detonierte
und ein Treibstofflager in Brand setzte. Das Feuer verursachte
Panik und Tod. Die Überlebenden, die aus dem Tunnel flüchteten
wurden vom deutschen Artilleriefeuer erfasst. Über 600 Tote
wurden in den folgenden Tagen aus dem Tunnel geborgen.“.
Größere Kartenansicht
Was die Sache noch mal interessanter macht, ist, das angeblich
zwischen dem Fort Tavannes und dem Tunnel ein Verbindungsstollen
existierte. „Zeitgenössische Unterlagen und Skizzen lassen
darauf schließen. Allerdings ist dieser Stollen bisher noch
nicht gefunden worden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde eine weitere
Tunnelröhre neben der alten gebaut.“
Soweit dazu – wir sind also durch den Wald auf wem Weg Richtung
Tunnel gewandert. Ca 100m Luftline vor dem Tunnel muss man links
auf einen Mountainbikepfad wechseln, sonst landet man genau
oberhalb der Röhre und hat 40m senkrechte Wand unter sich. Das
ist also nicht so schön!

(Die dezent matschigen "Trimmdichpfade"
Richtung Tunnel.)

(Kaserne - wer die Inschrift nicht
sieht...)

(Die steile Kante oberhalb de
sTunnelportals.)
Über den Mountainbikepfad kommt man aber
oberhalb der alten Röhre raus, folgt dort dem sehr breiten
Feldweg bis man auf einer Ebene mit der Bahnlinie ist, geht dort
den Trampelpfad nach rechts ab und steht 300m weg von der
Doppelröhre, aber genau da, wo man hinwill.
Auf dem Weg zur rechten Röhre (der inaktiven) haben wir ein paar
wilde Erdbeeren und Himbeeren pflücken können. Sehr schmackhaft!
An der Röhre angekommen machten wir unsere Lampen an und Sergey
sammelte die Drohne ein – ich bin auf seine Aufnahmen extrem
gespannt! Der Tunnel ist geschottert und lässt sich gut
erlaufen. Immer wieder sind beide Röhren miteinander verbunden,
also Vorsicht. Man sollte tunlichst vermeiden, in die aktive
Röhre zu wechseln. Man findet beim Durchlaufen des Tunnels immer
wieder Einbuchtungen, die damals als Lagerstätten etc. genutzt
wurden. Manche davon lassen sich noch gut erkennen, andere
dagegen sind inzwischen vermauert. In einer scheint ein
Wasserbecken eingebaut zu sein.

(Hier wollten wir auf jeden Fall noch
hin - Tunnel Tavannes.)

(Tunnelportal, rechts alte Röhre,
links die aktive.)

(Der Tunneleingang von innen!)
Grob auf der Hälfte des Wegs durch den 1400m
langen Tunnel findet man in der Decke den Zugang zu zwei
Sprengkammern. Oben sind noch Steigeisen, ohne eine 6m lange
Leiter kommt man da aber nicht dran. Da die Räume leer sind,
haben wir das mal zur Kenntnis genommen und ignoriert.
6758,6759,6765

(KLeine Nishcen im Tunnel)

(Große Nischen im Tunnel.)

(Tiefer im Tunnel....)
Nach ca. Zweidritteln des Wegs findet man
rechts an der Wand eine Einbuchtung und eine aufgepickelte
Stelle im Tunnel. Dahinter verbarg sich ein Zugang zu einem
kleinen Teil des Travaux 17 Systems. Sollte das der Tunnel zum
Fort sein?
6767,6772,6775

(Durchgang zur aktiven Röhre, links
dahinter ein Wassertank.)

(ZUgang in der Decke zu den
Sprengkammern über dem Tunnel!)

(Betonstreben um den Tunnel mehr zu
stabilisieren)
Leider nicht. Tobi traute sich rein und
erforschte das kleine Tunnelsystem. Es endet aber nach 2-300m
und einer kleinen Anhöhe. Auf einer später entdeckten Karte
sieht man, das der projektierte Tunnel zum Fort ca. 100m vorher
gewesen sein soll. Der wurde aber nie fertig. Dieser kleinere
Tunnel dagegen ist auf den Plänen auch als nicht durchgehend
eingezeichnet. Die Funktion ist nicht ganz klar – eventuell
sollte dies ein Notausgang werden oder eine Verbindung zu einer
Feldstellung werden?
Kurz nach der Stelle findet man die Betonstreben, mit denn der
Tunnel später Richtung Norden verstärkt wurde. Das sah richtig
spektakulär aus!
6776,6777,6773,
.
.

(Man kann hier rein - wenn man
will...)

(Huch! Ein Loch in der Wand!)

(Reste des Travaux 17 Tunnels.)
Wir sind dann strammen Schritts Richtung
Nord/Ost Ende gegangen, meine Lampe wurde dabei immer schwächer.
Da wir nur leichtes Gepäck mitgenommen hatten, musste ich auf
die funzeligste Stufe runterschalten, um noch Licht bis zum Ende
zu haben. Nach einer sehr guten halben Stunde hatten wir den
Tunnel dann ganz erlaufen. Am Nord/Ost Portal gibt es noch
rechts eine kleine Eingangssicherung mit mehreren Scharten.
Leider vermüllt, aber dennoch sehenswertes kleines Detail!
6778,6780,6788
.

(Der Tunnel kurz vor dem anderen Ende.)

(Das Innere der Eingangsbefestigung.)

(Das nordöstlich Tunnelportal, rechts
der Abhang ist nicht soooo steil.)
Nachdem wir den Tunnel komplett gesehen hatten, sind wir dann
schnell über die aktive Linie rüber und an der Seite den Hang
hoch, um von dort aus zu den Autos zurückzuwandern. Das Wetter
spielte einigermaßen mit, die Wege waren aber sehr matschig.
Dank unserer Handys war aber die Navigation einfach. Nach knapp
zwanzig Minuten stießen wir dann noch auf eine unschöne
Überraschung, die ganz schlecht hätte ausgehen können. Mit dem
Fuß stieß Tobi auf dem Weg gegen einen „Stein“, der sich aus dem
Weg löste. Nach kurzer Inansichtnahme stellte sich der als
Zünder einer 75mm Granate heraus, der noch ziemlich scharf
aussah. So schnell es ging an den Wegrand gelegt, Beine in die
Hand und weg von dem teil! Das ist leider Verdun – hier liegt
wirklich noch einiges an scharfer Munition einfach so rum und
wird vom Regen aus dem Boden gewaschen…

(Zeitzünder einer französischen 75mm
Granate. Das hätte ins Auge gehen können!)

(So sah es Sonntags überall aus im
Wald: Lecker Schlamm.)

(Die letzten Meter zu den Autos zurück..)
Nach fünf weiteren Minuten waren wir dann an den Autos
angelangt. Wie immer wurde es Zeit sich zu verabschieden – es
gab aber noch ein tolles Goodie am Ende! Sergey machte ein
Gruppenfoto mit der Drohne und Alex druckte mit einem
Instantdrucker ein Sofortbild für uns alle aus. Super geniale
Sache! Ich hatte extra für die Tour das Bild vom letzten Jahr
dabei – eine wunderschöne Geste und ein tolles Erinnerungsstück!
Wir lagen uns ein letztes Mal in den Armen, wässerten unsere
Kehlen, nahmen noch ein paar letzte Minisalamis ein und dann…
ging es auf die Rückfahrt.
Die ging sehr stressfrei bei uns ab, abgesehen von einer Pause
zum Tanken in Luxemburg wo es nicht nur billiges Wasser, sondern
billigen Diesel gab, sahen wir auf der Rückfahrt den Dino
wieder, fuhren Hunderte Kilometer und der eine oder andere
machte hinter und neben mir ein Nickerchen. Wer wach war
unterhielt sich über alles Mögliche – insgesamt eine entspannte
Rückfahrt. Zuerst setzten wir dann Marc am vereinbarten
Treffpunkt ab und sogar ein paar Minuten zu früh, Robert brachte
dann Tobi nach Hause, so das ich beide bei Robert rauslassen
konnte.
Und so war ich tatsächlich 8 Minuten VOR dem geplanten
Ende der Tour nach 948 gefahrenen Kilometern am Sonntagabend
zuhause, begrüßte die noch wachen Teile der Familie, räumte
schleunigst das Auto aus (am nächsten Morgen musste ich ja
arbeiten!), duschte noch kurz und haute mich dann auch ins Bett.

(Der Dino auf dem Rückweg im Vorgarten
- immer witzig zu sehen!)
Wir lagen kostentechnisch bei rund 138€, was für die ganzen
Eintritte und Co recht respektabel ist. Es half natürlich
ungemein, das vier Leute im kleinen Turbodiesel weniger Sprit
brauchten, als die Übernachtungskosten pro Person.
Insgesamt eine tolle Tour, die Lust machte, nochmal nach Verdun
zu fahren. Aber das muss ja nicht unbedingt 2026 schon sein…